Allgemein

Ein platter Reifen – Universum sei Dank

28.02.2026 • 12:00 Uhr
<span class="copyright">Neue</span>
Neue

Ich fahre viel mit dem Auto herum. Nicht, weil ich Zugfahren nicht mag (im Gegenteil!), aber die öffentlichen Verkehrsmittel weisen leider noch keine Sekundentakt-Fahrpläne auf, die für meinen engen Zeitplan tauglich wären. Nun denn, ich fahre also viel mit dem Auto. Und so ein Auto hat, wie wir mit einer gewissen Grundkenntnis und etwas Interesse an schnellerer Fortbewegung wissen – exakt vier Räder. Es sei denn, es ist ein Lkw oder man zählt das Reserverad mit, welches ich nicht besitze. Aus Platznot, weil mein Auto hybridisch unterwegs ist und der benötigte Raum keinen Ersatzreifen möglich macht. So wurde es mir zumindest erklärt. Gut – vier Reifen, vier verlässliche, neue Räder aus Gummi. Und plötzlich flammte während der Fahrt ein rotes Lämpchen auf, das symbolisch andeutete: „Frau Salmhofer, einer der Reifen Ihres Autos scheint Luft zu lassen.“ Ok, denke ich mir, wenn es gefährlich wäre, würde mich das Licht rot anbrüllen. Also geht sich die Heimfahrt locker aus und ich pumpe morgen auf. Wird halt wegen der Kälte etwas Druck verloren haben. Somit: Auto im Carport parken und ab ins Bett. Der nächste Morgen zeigte mir, dass einfaches Aufpumpen verlorene Liebesmühe ist. Das Ding war platt wie eine Flunder. Da ich demnächst im fernen Liechtenstein eine Bühne zu bespielen hatte – Zuspätkommen oder Absage wegen unzumutbarer Umstände ausgeschlossen – musste ich irgendwie den Reifen wechseln. „Papplerlapapp“, mahnte mich mein Lieblingsmensch am Telefon. „Du machst das jetzt sicher nicht selbst!“ – „Aber ich …“ (Zur allgemeinen Information: Ich wollte einen Sommerreifen raufschrauben und damit am nächsten Tag zur Werkstatt fahren.) – „Ich weiß, aber du musst wirklich nicht immer alles selbst machen!“ Und ja, wo er recht hat, hat er recht. Ich würde mir wahrscheinlich auch den Blinddarm selbst herausoperieren, wenn ich Skalpell und Narkosemittel gleichzeitig bedienen könnte. Also wurde ein Pannendienst gerufen. Kurz gesagt: Sommerreifen zu groß, Wechsel unmöglich. Aber der nette Herr war der Kunst mächtig, einen Reifen reparieren zu können. Mit Kleber. Also suchte man die Stelle des Luftverlustes – und zog ein zehn Zentimeter langes Metallgestänge aus meinem Reifen. Er schaut mich an, ich schaue zurück. Meine Augen etwas größer als sonst. Na, habe d’Ehre. Was für ein Glück, dass mir der Reifen auf der Autobahn nicht um die Ohren geflattert ist. Fazit: Das Universum hat mich doppelt belohnt. Glück mit dem Reifen und Glück ebenso, dass ich mir auch mal etwas habe sagen lassen. Ausnahmsweise …