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Italien, wie man es hier noch nicht kennt

09.05.2026 • 11:00 Uhr
Italien, wie man es hier noch nicht kennt
Massimo Verza und sein Team setzen auf Qualität und Handarbeit.Stiplovsek

Massimo Verza zeigt mit La Skisetta, wie vielfältig die italienische Küche jenseits von Pizza und Pasta sein kann.

Mitten in Hohenems hat vor wenigen Wochen ein Lokal eröffnet, das vieles anders macht als die üblichen italienischen Adressen der Umgebung. La Skisetta heißt es, auf Deutsch bedeutet es “die Jausendose”. “Bei uns zu Hause war es so, dass am Sonntag nach dem Essen alles, was übrig blieb, in die Jausendose kam. Die hat man dann mitgenommen und hatte den ganzen Tag über noch etwas Kleines zum Knabbern”, erklärt Betreiber Massimo Verza. Er möchte seinen Gästen genau dieses Gefühl vermitteln, etwas mitnehmen zu können, sich wohlzufühlen und ein Stück der vertrauten Sonntagsatmosphäre von Mama oder Nonna zu erleben.

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Zum Aperol werden kleine Snacks serviert. Stiplovsek

Italien abseits der Klischees

Schon beim Blick auf die Karte wird klar, dass hier ein anderer Zugang zu italienischer Küche gelebt wird. Verza hat lange beobachtet, wie austauschbar viele Lokale geworden sind. “Jeder nennt sich Italiener, aber wenn man hinter die Kulissen schaut, ist es oft gar nicht italienisch. Es gibt kaum Unterschiede, alle machen das Gleiche.” Für ihn stand fest, dass Italien mehr zu bieten hat als Pasta und Pizza.

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Die Produkte stammen direkt aus Italien. Stiplovsek

Im La Skisetta setzt man deshalb auf Produkte, die man sonst kaum bekommt. “Wir kaufen alles direkt bei den Produzenten in Italien. Kein Zwischenhandel, kein Großhandel”, sagt der Italiener. Die Wurstwaren stammen aus Bergamo, Oliven und Marmeladen aus Sizilien, vieles in Bioqualität. “Unsere Marmeladen haben einen Fruchtanteil von 110 Prozent. Die sind also wirklich sehr hochwertig.”

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Im La Skisetta gibt es auch Frühstück mit hochwertiger Marmelade.Stiplovsek

Ein besonderes Augenmerk legt das Team auf Transparenz und Herkunft. Viele der Produzenten kennt der 53-Jährige persönlich, einige besucht er regelmäßig vor Ort. “Uns war wichtig, dass wir genau wissen, wo unsere Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden. Diese Nähe zu den Betrieben spürt man später auch im Geschmack.” Für ihn ist das ein zentraler Teil des Konzepts: echte Qualität, die nicht nur versprochen, sondern nachvollziehbar ist.

Klein, gemütlich und frisch gemacht

Das Lokal selbst ist klein und gemütlich, mit 22 Sitzplätzen innen und einigen weiteren draußen. Verza und sein fünfköpfiges Team bereiten täglich vom Brot bis zum Gemüse alles frisch zu. Auf der Karte stehen Focaccia, Piadina und kleine Teller mit Wurst und Käse. Mitarbeiterin Sonja Jovanovic verrät: “Focaccia mögen die Gäste am liebsten.”

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Italienischer Schinken und Focaccia sind bei den Gästen sehr beliebt. Stiplovsek

Vegetarische Varianten gibt es bereits, vegane sind in Planung. “Bei der Piadina müssen wir eine zweite Linie machen, weil sie traditionell Schweineschmalz enthält”, erklärt Verza. Die Focaccia ist hingegen ohnehin vegan. Das Gemüseangebot wechselt regelmäßig je nach Saison, von Spargel bis zu gerösteten Pilzen.

Jeden Monat eine neue Region

Ab Herbst soll das Angebot noch vielfältiger werden. “Wir möchten jeden Monat eine andere Region Italiens repräsentieren”, erzählt der Betreiber. Jede Gegend bringt ihre eigenen Spezialitäten mit, und genau diese Vielfalt möchte das Team zeigen. Für ihn ist das nicht nur ein kulinarischer Ansatz, sondern auch eine Möglichkeit, den Gästen ein Stück italienische Kultur näherzubringen.

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Der Innenraum bietet eine warme Atmosphäre. Stiplovsek

Neben den wechselnden Spezialitäten setzt La Skisetta bewusst auf ein Angebot, das leicht und unkompliziert bleibt. Viele der Speisen werden kalt serviert, etwa die belegten Focacce, Piadine oder die kleinen Teller mit Wurst und Käse. “Wenn man die Focaccia gefüllt nimmt, wird sie lauwarm serviert. Gleiches gilt für die Piadina”, erklärt Verza. Über den Sommer konzentriert sich das Team auf leichte Tagesgerichte, die bewusst kalt bleiben, weil die Infrastruktur für eine große warme Küche noch fehlt. “Das entwickelt sich dann über den Herbst. Dann werden wir sicher auch warme Teller anbieten können.”

Das Frühstücksangebot ergänzt das Konzept ideal. “Wir haben festgestellt, dass wir alle Voraussetzungen dafür haben, also bieten wir jetzt auch Frühstück an”, sagt Verza.

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Im La Skisetta findet man eine Auswahl an kleinen Speisen.Stiplovsek

Ein Quereinsteiger mit Leidenschaft

Spannend ist auch Massimo Verzas persönlicher Weg. Er kommt aus der IT-Branche und betreibt weiterhin eine zweite Firma. “In meinem Job ist alles sehr abstrakt. Du investierst viel, aber du kannst das Ergebnis nicht greifen.” In der Gastronomie sei das anders. “Wenn du einen schönen Teller herrichtest und siehst, wie sich der Gast freut, ist das ein Gefühl, das ich in der Informatik nie erlebt habe.”

Qualität, die man schmeckt

Was La Skisetta besonders macht, fasst Verza so zusammen: “Wir bieten Produkte an, die andere nicht haben in dieser Qualität und Variation.” Dazu kommt die italienische Gastfreundschaft, die man sofort spürt. Wer hier etwas bestellt, bekommt immer auch etwas Kleines zum Knabbern dazu. Und dann sind da noch die Spezialitäten, die man sonst kaum findet. “Wir bekommen nächste Woche einen Käse, der 101 Monate alt ist. Das findest du sonst nirgends.”

Italien, wie man es hier noch nicht kennt
Auch der Außenbereich bietet ein paar gemütliche Plätze. Stiplovsek

La Skisetta versteht sich als Lokal mit einer eigenen Handschrift. Hier stehen Ehrlichkeit, Qualität und Persönlichkeit im Mittelpunkt, und dieser Ansatz zeigt, wie vielfältig Italien abseits der bekannten Klassiker sein kann. So entsteht ein Ort, der das kulinarische Angebot in Hohenems auf eine besondere Weise erweitert.

La Skisetta

Adresse: Mondscheingasse 8, 6845 Hohenems
Telefonnummer: 0664 9204236
Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 10 bis 19 Uhr, Donnerstag bis Samstag 10 bis 22 Uhr