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Asien trifft Europa beim „freien Vogel“

28.02.2026 • 09:00 Uhr
Asien trifft Europa beim „freien Vogel“
Das Ibon-Team zaubert internationale Gerichte für die Gäste. Stiplovsek (7)

Reinhard und Rose Gehrer haben mit dem Ibon ihr zweites Restaurant eröffnet und sich damit auf neues Terrain begeben.

Asien trifft Europa beim „freien Vogel“
Das Ibon liegt in der Bregenzer Innenstadt.

Es war nicht der ursprüngliche Plan von Reinhard Gehrer und seiner Frau Rose ein zweites Restaurant zu eröffnen. „Aber das Lokal in der Anton‑Schneider‑Straße ist so lange leer gestanden, und wir waren immer wieder in guten Gesprächen mit den Verpächtern.“ sagt der Inhaber.


Was dann passiert ist, beschreibt Gehrer als ein „Schritt‑für‑Schritt‑Hinüberrutschen“ in eine neue Vision: „Die Location hat uns einfach gereizt. Da steckt mega viel Potenzial drin, weil es mitten in der Innenstadt ist, verkehrsberuhigt, ein schöner Innenhof und eine ruhige Lage und solche Möglichkeiten gibt es nicht oft in Bregenz.“ schwärmt der Wirt. So entstand das Ibon, ein Hybrid-Restaurant zwischen À-la-carte‑Lockerheit und Fine-Dining-Überraschung. Ende November öffnete es erstmals die Türen.

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Freier Vogel

Beim Namen musste es etwas Besonderes sein etwas, das zum offenen Konzept des neuen Lokals passt. „Ibon heißt übersetzt Vogel – in der Muttersprache meiner Frau Rose, also auf Philippinisch“, erzählt der Inhaber. Der Begriff sei für sie schnell mehr gewesen als nur ein schönes Wort. „Die Idee dahinter ist: frei wie ein Vogel. Nicht festgelegt, nicht in irgendeinem kulinarischen Korsett.“ erzählt Gehrer. Genauso soll sich auch die Küche anfühlen: offen, spielerisch, nicht an eine bestimmte Tradition gebunden. „Wir sind kein klassisch asiatisches Restaurant, aber auch kein gutbürgerliches Wirtshaus, sondern eine Crossover-Küche. Wir erlauben uns, zu mischen, ein bisschen asiatischer Hintergrund, ein bisschen italienisch und ganz viel Eigenes“, sagt Gehrer.


So finden sich auf der Karte hausgemachte Pasta neben Gerichten mit japanischem Twist, fermentierte Saucen neben klassischem Steak oder Kalbsleber. Besonders wichtig ist den Gehrers, dass vieles selbst gemacht wird: „Wir arbeiten viel mit Fermentation, mit natürlichem Umami, mit Dingen wie Black Garlic.“ Fleisch und Fisch kommen bewusst aus der Region.
Auch bei den Getränken setzt das Ibon auf Vielfalt und zwar weit über die klassische Weinkarte hinaus. „Wir haben natürlich eine ganz normale Weinkarte“, sagt der Gehrer. „Aber richtig stark sind wir meiner Meinung nach bei den nicht-alkoholischen Getränken.“ Das sei ein Thema, das oft unterschätzt werde. Offen ausgeschenkte Spezialitäten, kleine Flaschen, sorgfältig kuratierte Begleiter zum Essen. „Wir beziehen viel bei einem kleinen Boutique-Laden“ sagt der Gastronom. Das Ergebnis: alkoholfreie Pairings, die genauso durchdacht sind wie die Gerichte. „Das sind richtig tolle Speisebegleiter“, schwärmt der Wirt.

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Die Inneneinrichtung ist ein Hingucker.

Quereinstieg

In der Küche des Ibon steckt keine klassische Gastro-Laufbahn und genau das macht die Geschichte so besonders, meint der Inhaber. „Meine Frau hat sich das Kochen über Jahre selbst beigebracht. Sie ist da einfach hineingewachsen“, sagt er. Auch Reinhard Gehrer selbst absolvierte keine typische Koch- oder Serviceausbildung. „Ich habe etwas ganz anderes gelernt“, sagt er und lacht. „Ich war immer eher der Support im Hintergrund.“ Statt Lehre und Küchenbranche war es bei dem Paar vor allem Neugier, Leidenschaft zur Küche und das gemeinsame Hineinwachsen in Aufgaben. „Wir sind keine klassischen Gastronomen, aber genau das hat uns vielleicht die Freiheit gegeben, es auf unsere Art zu machen“, schmunzelt der Gastronom.

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Glückliche Gäste

Wenn man das Wirte-Paar fragt, was ihnen im Gastro-Alltag am meisten Freude bereitet, kommt die Antwort ohne Zögern. „Am meisten Spaß macht uns sicher ein glücklicher Gast“, sagt Reinhard Gehrer. Es gehe ihnen nicht um Sterne oder Auszeichnungen. „Uns freut’s, wenn jemand rausläuft und sagt: Wow, das ist ein cooler Laden, da komm ich mit meinen Freunden wieder. Das ist das, was uns wirklich antreibt.“


Ein wichtiger Teil davon ist ein ehrliches Feedback. Jeder, der online reserviert, bekommt danach einen Link zugeschickt, um Feedback nach dem Essen abzugeben „So spüren wir den Puls der Gäste“, erklärt Gehrer. Ein bisschen stolz schwingt mit, wenn er von den Bewertungen der Gäste erzählt: „Wenn sich jemand nach dem Essen die Mühe macht, eine Mail zu schreiben ist das eine große Anerkennung. Das zeigt, dass der Gast richtig glücklich war.“

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Schöne Atmosphäre

Das Ibon ist einfach, aber sehr schön eingerichtet. „Ich wollte mit wenigen, einfachen Mitteln einen neuen Look schaffen“, sagt der Inhaber. Mutig und ein bisschen ungewöhnlich beschreibt das Interior am besten, denn der Holzboden, die blauen Stühle und Sitzbänke, dazu rote Tischlampen stechen sofort ins Auge. „Das sind Hey-Lampen aus Dänemark“, erklärt Gehrer. Als Gegenpol zum modernen Lichtmix stehen bewusst alte, gebrauchte italienische Stühle im Restaurant, erzählt er. Akustikpaneele sorgen dafür, dass es trotz vollem Lokal nicht laut wird. Der Innenarchitekt Arnold Werner richtete das Ibon ein. Innen bietet das Lokal rund 50 Sitzplätze, draußen könnten es in der warmen Jahreszeit um die 40 Plätze werden, so der Inhaber.


„Wir möchten so offen sein, dass jeder das Gefühl hat: Da kann ich hereinkommen“, beschreibt Reinhard Gehrer seinen Ansatz mit dem Ibon. An einem Tisch sitzen Leute, die gerade von der Arbeit kommen, am nächsten junge Gäste, die sich nach dem Feierabend treffen. „Dieser bunte Mix passt voll zu unserem Gedanken: frei wie ein Vogel“, lächelt er.

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Kontaktdaten

Adresse: Anton-Schneider-Straße 5, 6900 Bregenz
Telefonnummer: 0664/2313960
Öffnungszeiten: Di bis Do 17.30 – 22 Uhr, Fr und Sa 17 – 22 Uhr, So und Mo Ruhetag
Mailadresse: hoi@ibon.at