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„Bei Sperrstunde beißen wir auf Granit“

10.05.2021 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Hotelbars müssen um 22 Uhr schließen.
Die Hotelbars müssen um 22 Uhr schließen.

Die Hoteliers scharren in den Startlöchern.

Die bevorstehenden Öffnungsschritte am 19. Mai sind auch für Tourismus- und Beherbergungsbetriebe ein Lichtblick. Nach über sechs Monaten führt der Weg langsam, aber sicher zu einer Art Normalität zurück. Dennoch sind noch einige Fragen nicht bis ins Detail geklärt, wie WKV-Spartenobmann Markus Kegele betont. Entsprechend stark ist auch der Wunsch nach einem reibungslosen Start für die schwer gebeutelte Branche. „Wir wissen das schon seit einiger Zeit, dass wir am 19. Juni aufsperren dürfen. Dem entsprechend laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren“, so der Spartenobmann in einer ersten Stellungnahme.

Spartenobmann Markus Kegele
Spartenobmann Markus Kegele

Sicherheit

„Sicherheit geht natürlich vor. Das ist ganz klar. Wir sind froh, dass die Gäste auf die Testinfrastruktur des Landes und der Gemeinden zurückgreifen können. Egal, woher sie kommen. Das hilft uns natürlich sehr“, ergänzt Kegele. Das heißt, die Gäste von auswärts haben die gleichen Möglichkeiten und Vorgaben wie Einheimische. Neben den herkömmlichen Testmöglichkeiten, PCR-Test (72 Stunden Gültigkeit), Antigentest (48 Stunden) und dem Selbsttest unter Aufsicht (24 Stunden) wird es ab kommender Woche auch einen Selbsttest vor Ort geben. Der kann für die Dauer eines einmaligen Aufenthalts in der Gastronomie direkt beim Eintritt gemacht werden. Und gilt nur bis zum Verlassen des Lokals.

Landesrat Christian Gantner sieht diese Neuerung mit Skepsis: „Diese Möglichkeit sehen wir eher kritisch, denn das ist vor allem für die Flächenbundesländer gemacht worden, wo die Testkapazitäten recht niedrig sind.“ Bei der Infrastruktur im Land und den Gemeinden sei diese Option nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil: „Denn wenn jemand vor Ort positiv ist, kann der Gastronom oder der Friseur sofort zusperren. Und alle Mitarbeiter und Gäste sind dann sofort K1“, ergänzt Gant­ner. Zudem gelten die registrierten Selbsttests nun für alle Bereiche. „Das war vorgestern Nacht noch ein hartes Match mit der Regierung. Da hat man sich in Wien zuerst noch quergelegt“, wie Gantner ausführt.

Der 19. Mai kann kommen. Die Hotel-Betten sind bereits frisch bezogen
Der 19. Mai kann kommen. Die Hotel-Betten sind bereits frisch bezogen

Drei-G-Regel

Generell wird die Drei-G-Regel (geimpft, getestet oder genesen) gelten. In der reinen Beherbergung reicht ein einziger Eintrittstest für den gesamten Aufenthalt. Wenn Verpflegung oder Dienstleistung (etwa Wellness) angeboten werden, dann gelten die allgemeinen Gastronomie-Regeln.

„Für uns als Hoteliers ist es natürlich wesentlich, wie die Einreisemodalitäten aussehen werden. Denn über 80 Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland“, betont Kegele. Die Einreisebestimmungen werden sich auch ändern. Da gibt es drei unterschiedliche Stufen. Bei sicheren Ländern genügt die „Drei-G-Regel“, bei Risikoländern wird es nur ein G, nämlich ein aktueller Test, und bei den Ländern mit Virusvarianten wird weiterhin eine Quarantäne vonnöten sein. Das betrifft derzeit Indien, Brasilien und Südafrika.

Es werde auch sicher den einen oder anderen geben, der noch nicht am 19. Mai aufsperrt. „Das hängt generell von der Buchungslage ab und wie weit die Vorbereitung schon fortgeschritten ist“, ergänzt der Spartenobmann und Hotelier aus Stuben. Die Erfahrungswerte, die durch die Modellregion gemacht werden konnten, kommen nun allen zugute, wie Kegel betont. „Und deshalb plädieren wir auch für eine Sperrstunde von 23 Uhr beziehungsweise 24 Uhr in den Sommermonaten.“ Zudem fallen mit dem 19. Mai auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.

„Ich kann dem Hotelgast nicht sagen: So, es ist 22 Uhr, du musst jetzt ins Bett gehen. “

Markus Kegele,
WKV-Spartenobmann

Hotelbars

Vor allem hinsichtlich der Öffnungszeiten in Hotelbars sei das ein wichtiger Punkt, der ungeklärt ist. „Ich kann dem Hotelgast nicht sagen: So es ist 22 Uhr, du musst jetzt ins Bett gehen. Das wäre ein Wahnsinn“, ergänzt der Tourismusfachmann. „Wir sind in ständigem Austausch und Verhandlungen mit der Bundesregierung. Aber bei der Sperrstunde beißen wir auf Granit“, führt Gantner aus.

Vorarlberg stehe da derzeit alleine auf weiter Flur mit dieser Forderung. Auch bezüglich der Aufhebung der 20-Quadratmeterregelung im Wellnessbereich ist man in engem Austausch mit Wien: „Da stehen die Chancen etwas besser“, so Gantner.

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