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Mordfall Schwarzach: Ehepaar stand 2021 vor Gericht

13.04.2022 • 23:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess fand im August 2021 am Landesgericht Feldkirch statt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess fand im August 2021 am Landesgericht Feldkirch statt. Hartinger

Tödlicher Ehestreit in Schwarzach: Früherer Prozess gegen Ehepaar endete mit Freisprüchen im Zweifel.

Die Ehe jenes Paares, dessen Streit am vergangenen Dienstagabend tödlich ausging, dürfte schon länger alles andere als glücklich gewesen sein. Es gab gegenseitige Gewaltvorwürfe, die Scheidung stand im Raum.

Im August 2021 mussten sich die heute 37-Jährige und der damals 34-jährige Ivorer vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten, weil sie sich gegenseitig verletzt haben sollen. Das Ehepaar wurde damals im Zweifel freigesprochen. Die NEUE berichtete damals über den Fall.
Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, seine Frau über Jahre hinweg geschlagen zu haben. Der Frau wurde angelastet, sie habe ihn gekratzt. Der 34-Jährige bestritt sämtliche Vorwürfe und erklärte, sie hätten nur gestritten. Die Frau wollte eigentlich nicht aussagen, tat es dann aber doch, nachdem ihr klar gemacht wurde, dass das Verfahren ansonsten nicht weit führen würde.

Nunmehriges Opfer machte Therapie beim IfS

Die sechsfache Mutter gab damals vor dem Richter an, dass ihr Ehemann sie zwei bis drei Mal jährlich körperlich angegriffen habe. Er habe sie unter anderem an den Haaren gerissen, wo sie nun kahle Stellen habe. Außerdem habe er sie die Stiege hinuntergestoßen. Zu Silvester habe er sie so getreten, dass sich ein Wirbel verschoben habe, weshalb sie länger nicht habe gehen können. Auf Nachfrage des Richters stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei der „Diagnose“ um eine Vermutung handelte. Die Frau gab schließlich zu, nicht bei einem Arzt gewesen zu sein.

Über eine von ihr behauptete Vergewaltigung wollte sie nicht mehr aussagen. Sie ließ den Richter zudem wissen, dass sich die Situation verbessert habe, seit ihr Ehemann eine Therapie beim ifs mache. Die Scheidung wolle sie trotzdem, sagte die 37-Jährige, „aber im Guten“.

Zeugen

Eine Zeugin gab in der Hauptverhandlung an, dass ihr die Frau zwar von den Vorfällen berichtet habe. Allerdings könnte sie sich weder vorstellen, dass er dazu fähig sei, noch, dass die Frau lüge. Aus dem verlesenen Protokoll eines Kindes der 37-Jährigen ging hervor, dass es nie vom Angeklagten geschlagen wurde und auch nie gesehen habe, dass er die Mutter geschlagen hätte.jst, mm

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