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15 Monate Haft für vorbestraften Schläger

07.07.2022 • 15:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Drei leichte Körperverletzungen nach Faustschlägen wurden als schwere Körperverletzung gewertet.

Wer zumindest drei leichte Körperverletzungen unter Anwendung erheblicher Gewalt und ohne begreiflichen Anlass begeht, ist nach Paragraf 84 Absatz 3 des Strafgesetzbuches mit bis zu drei Jahren Gefängnis statt nur mit bis zu einem Jahr zu bestrafen. Beim Angeklagten lagen nach Ansicht von Richterin Silke Sandholzer zudem die Rückfallvoraussetzungen vor, weil er bereits zumindest zwei Mal zu einschlägigen Haftstrafen verurteilt worden ist. Damit erhöhte sich für den 24-Jährigen die mögliche Höchststrafe auf bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis.

Über den mit sechs Vorstrafen belasteten Angeklagten wurde am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten verhängt. Das Urteil, mit dem der von Matthias Kucera verteidigte Untersuchungshäftling und Staatsanwalt Manfred Melchhammer einverstanden waren, ist rechtskräftig.

Locker sitzende Fäuste

Der geständige Unterländer hat am 26. Februar in Schwarzach einen ihm unbekannten Mann mit einem Faustschlag ins Gesicht und einem Kopfstoß leicht verletzt. Zwei Zähne wurden bei einem 42-jährigen Bekannten gelockert, der vom Angeklagten am 15. Mai in Hard einen Faustschlag ins Gesicht erhielt. Beim dritten Vorfall kam ein 14-Jähriger am 27. Mai in Hard nach einem Faustschlag des ihm nicht bekannten Angeklagten mit einer Rötung und einer Schwellung im Gesicht davon.

Richterin Sandholzer schloss sich der Einschätzung von Opferanwalt Oliver Diez an, der davon gesprochen hatte, beim Angeklagten würden die Fäuste locker sitzen. Mildernd gewertet wurden das Geständnis und die verminderte Zurechnungsfähigkeit des durch Alkohol und Drogen beeinträchtigten Angeklagten. Erschwerend wirkten sich zwei einschlägige Vorstrafen und die Begehung der Taten während einer Probezeit aus. Die neue Strafrichterin sah davon ab, den Angeklagten auch acht offene Haftmonate aus einer Vorstrafe verbüßen zu lassen.

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