Dieses Lokal ist bekannt für seine Fischsuppe

Wer Auszeit, Ruhe und Fischgerichte genießen will, ist seinem Restaurant in Hard richtig. Darko Mosers Signature Dish ist Fischsuppe.
Abgelegen vom geschäftigen Alltagstreiben und der stark befahrenen Rheinstraße am rechten Rheindamm in Hard ist eine kleine Ruheoase. Im Gastgarten des Restaurants Fischerheims bei den Schleienlöcher ist nur das Zwitschern der Vögel und das Quaken von Fröschen zu hören.

Obwohl sogar Nachmittags hier einige Gäste gerade Dorade mit mediterranem Gemüse und Petersilienkartoffeln essen und Radler schlürfen, ist es still. Dort wird im Gegensatz zu den meisten Vorarlberger Lokalen von Mittag bis Abend durchgehend die ganze Speisekarte angeboten. So ist auch ein spontaner Besuch möglich, wenn der Magen in der Urlaubszeit aufgrund des späten Frühstücks erst am Nachmittag knurrt.
Kontaktdaten und Öffnungszeiten
Adresse: Am rechten Rheindamm 60, A-6971 Hard
Tel.: + 43/(0)5574/78220, Mobil: +43 (0) 664/2044325
Mail: fischerheim@aon.at
Ganzjährig geöffnet: 11 bis 23 Uhr, Sonn- und Feiertag: 11 bis 21 Uhr, Dienstag und Mittwoch Ruhetag
Es sind dort etwa Urlauber zu Gast, die mit dem Boot in umliegenden Häfen anlegen und mit dem Klapprad zum Lokal fahren. Dieses hat das ganze Jahr über auch abseits der Badesaison geöffnet. Denn auch Stammgäste aus Vorarlberg und der Schweiz essen hier. Mitarbeiter der umliegenden Firmen verbringen dort ihre Mittagspause und gönnen sich einen Moment der Ruhe. „Man sitzt mitten in der Natur“, beschreibt Betreiber Darko Moser die Besonderheit des Restaurants. Ein bisschen wie Urlaub an der Adria.

Es liegt der Duft nach Knoblauch und Meer in der Luft, als die Kellnerin die Fischsuppe serviert. Fischstücke, Muscheln, Staudensellerie und Kräuter aus dem restauranteigenen Kräuterbeet sind in der Schüssel mit roter Brühe zu sehen. Daneben liegt ein Knoblauchbrot. Für seine Fischsuppe ist Moser im Ländle bekannt. Gäste kommen teilweise extra dafür ins Fischerheim.

Doch nicht nur von See und Meer werden Zutaten in der Küche des 53-Jährigen verarbeitet. Neben den Fischliebhabern würden auch manche Gäste speziell wegen des Spießes in das Restaurant kommen, erzählt Restaurantleiterin Nadja Newertal, die vor 20 Jahren hier als Ferialpraktikantin begonnen hat. Als Sommelier berät sie heute auch bei der Weinauswahl. Dabei setzt die 37-Jährige besonders auf Raritäten und Spezialitäten abseits des Mainstreams. Darunter sind weniger bekannte Rebsorten wie etwa Roter Veltliner, Donauriesling, Rotkipfler, Neuburger. Chardonnay, Grüner Veltliner oder Regionales dürfe dabei natürlich auch nicht fehlen: „Ohne Müller Thurgau geht es am Bodensee nicht.“

Vom Fischertreff zum Restaurant
Das Fischerheim gibt es schon länger: über 40 Jahre Jahre. Zu Beginn war es noch kein Restaurant, sondern es gab dort „Bänkle“ mit Landjägern in einer Truhe im Boden verstaut. Diese Bänke waren der Treffpunkt für Fischer, erzählt die Restaurantleitern. In gemütlicher Runde erholten sie sich dort vom Arbeitstag auf dem Fischerboot. Später wurde dann das Gebäude gebaut, wo nun jetzt das Restaurant beheimatet ist. Der Name stammt also aus der Fischereigeschichte – nicht zu verwechseln mit dem davon unabhängigen Restaurant Fischerstüble in Fußach in der Schanz.

Von Spareribs zu feinen Fischgerichten
Erst gab es im Fischerheim noch vermehrt Gegrilltes. Mit Moser kam dann feinere Küche an den Standort. Als Moser es jedoch nach seiner Zeit auf der Hochälpelehütte am Bödele übernahm, war ein Fischrestaurant nicht sein Ziel. „Ich dachte, ein Zander auf der Karte muss reichen. Doch wir haben herausgefunden, dass die Leute gerne Fisch essen.“ Der Name und der Standort tragen da besonders dazu bei. Am Aschermittwoch wird hier mittlerweile sogar die Tradition des Stockfisches gelebt. Teilweise hat Moser später 20 bis 30 Kilogramm Egli oder Felchen vom Bodensee in der Woche verarbeitet.

Inzwischen bringt diese Beliebtheit von regionalem Fisch bei den Vorarlbergern auch Schwierigkeiten für Gastronomen wie Moser mit sich. Der Bestand der Felchen im Bodensee geht immer weiter zurück. „Bodenseefisch wird immer weniger. Es kann sein, dass du 20 Kilogramm Zander bestellest und nur 10 Kilogramm bekommst“, betont er. Dann hilft der gebürtige Slowene sich mit den täglich wechselnden Tagesempfehlungen mit einer bestimmten Fischart aus, die gerade verfügbar ist.

Auch verarbeitet er etwa Forellenfilet zwar aus der Bodenseeregion, jedoch im Becken gezüchtet anstatt wild aus dem See. Im Bodensee dürfen Fischer ab Januar 2024 keine Felchen mehr fangen. „Wir bekommen eine Rezension, dass wir ein super Lokal sind, aber keine Bodenseefische anbieten. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?“, erklärt Moser das derzeitige Problem. „Wir hätten gerne Bodenseefische, doch können nicht, weil es keine gibt.“ Er hofft, dass durch die Fischersperre die Population wieder zunimmt.

Naturbelassene Speisen
Den Fisch bereitet er dann etwa zu Zander mit Sprossengemüse und Weißweinsauce, einem Klassiker auf seiner Karte, zu. Sein Kochstil beschreibt er als „naturbelassen und so einfach wie möglich ohne viel Schnickschnack.“ Er will die natürlichen Aromaten der Zutaten den Gästen auf die Teller bringen. Dabei ist ihm wichtig, so viel wie möglich selbst zu machen, auch Sorbets, Saucen, Schokomousse. Auch der Limoncello für den Limoncello-Spritz ist hausgemacht. Ebenso stammt der Minze-Holundersirup aus Eigenproduktion.

Kräuter erntet Moser vor der Eingangstür. Dort wächst unter anderem Minze, Thymian, Basilikum, Ananasminze, Koriander und Currykraut.

Nicht nur das ist regional. „Wir versuchen so viel wie möglich regional zu kaufen“, so Moser. Wer bei ihm Salat bestellt, speist womöglich einen vom Garten seiner Mutter.

Den Fischfond für die Fischsuppe ist auch hausgemacht. Den bereitet er vor, und zwar in der Zeit von Jänner bis April, wenn es qualitativen Zander gibt und friert sie dann ein. Dafür verarbeitet er den ganzen Fisch des Zanders. Besonders genießt Moser bei derartigen Vorbereitungen die Ruhe und die Natur, wenn etwa am Morgen noch ein Hase über den Parkplatz hüpft. Das liegt schließlich beim Naturschutzgebiet.
