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Er wollte helfen, am Ende fehlten mehr als 8000 Euro

30.06.2026 • 17:41 Uhr
Er wollte helfen, am Ende fehlten mehr als 8000 Euro
Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. NEUE

Zwei Frauen haben einen gutgläubigen Pensionisten im Bezirk Dornbirn mit erfundenen Geschichten über Strafzahlungen zur Übergabe von mehr als 8000 Euro verleitet.

Die beiden jüngsten Kinder der Erstangeklagten sorgten für Unruhe im Gerichtssaal. Sie rissen sich immer wieder von ihrer Mutter und ihrer Oma los, sprangen herum und kletterten auf den Sitzen herum. Richterin Lea Gabriel äußerte zwar Verständnis dafür, dass die Mutter ihre Kinder zur Verhandlung mitbringen musste, erinnerte die 26-Jährige aber mehrmals daran, dass es sich hier um eine Gerichtsverhandlung handle, bei der es um schwerwiegende Vorwürfe gehe. Gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter soll die Frau einen Pensionisten um mehrere tausend Euro betrogen haben.

Aus Mitleid

Begonnen haben soll die Geschichte bereits vor acht Jahren. Der heute 67-jährige Pensionist lernte die Frauen nach eigenen Angaben auf dem Weg zur sonntäglichen Kirche kennen. Aus Mitleid gab er bettelnden Roma zunächst kleinere Geldbeträge. Daraus entwickelte sich offenbar ein immer engerer Kontakt. Der Pensionist half ihnen immer wieder finanziell. Laut Anklage sollen die beiden Frauen seine Gutmütigkeit ausgenutzt haben. Sie behauptetten etwa, Geld für Strafzahlungen zu benötigen oder, um einer Haft zu entgehen. Zudem hätten sie ihm vorgespiegelt, geliehene Beträge zurückzahlen zu können und zu wollen.

Zwischen 23. Februar und 4. März 2026 soll der Mann so mehrere Geldbeträge übergeben haben. Insgesamt sollen die beiden Frauen 8150 Euro erhalten haben. Bei weiteren 4700 Euro blieb es laut Anklage beim Versuch.

“Wir werden ihn nicht los”

Die Erstangeklagte, eine 26-jährige Rumänin mit fünf Kindern und drei Vorstrafen, bekannte sich nicht schuldig. Sie habe Geld für eine Kaution benötigt. Möglicherweise habe der Pensionist sie falsch verstanden. Sie habe ihm das Geld zurückgeben wollen, sagte sie. Auf die Frage der Richterin, weshalb sie dies bei der Polizei nicht erwähnt habe, verwies sie auf ein Missverständnis. Wie viel Geld sie insgesamt erhalten habe, könne sie nicht sagen. Der Mann habe ihr oft von sich aus Geld gegeben, auch für Essen oder ein Mobiltelefon. „Wir werden ihn nicht los. Er kommt immer noch zu uns“, erklärte sie.

Die 44-jährige Zweitangeklagte räumte ein, 1300 Euro für die Wohnungskaution ihrer Schwiegertochter sowie einmal 170 Euro erhalten zu haben. Warum der Pensionist sie belastet, kann sie nicht erklären. Vielleicht, weil sie ihm gesagt habe, dass er nicht mehr kommen dürfe. Er sei oft sogar nach Mitternacht erschienen.

Kein Geld mehr am Konto

Der Pensionist schilderte sich selbst als „guten Menschen“. Er habe den Frauen geglaubt, weil sie ihm erzählt hätten, sie müssten sonst ins Gefängnis oder Geldstrafen bezahlen. „Ich habe noch kein Geld zurückbekommen“, sagte der 67-Jährige. Inzwischen hätte ihm seine Schwester sogar die Bankkarte weggenommen, weil sie bemerkt hätten, dass immer mehr Geld verschwunden sei

Diese berichtete, sie sei stutzig geworden, als auf dem Konto kaum mehr Geld gewesen sei. Erst dann habe ihr Bruder erzählt, dass er den Frauen Geld gegeben habe. Mehr wisse sie nicht. Obwohl sie sich zunächst nicht schuldig bekannten und bei der Polizei sogar noch von Schenkungen gesprochen hatten, kündigten die beiden Frauen gegen Ende der Verhandlung an, rund 6300 Euro an Mann zurückzahlen.


Richterin Gabriel schenkte der Verantwortung der beiden Frauen keinen Glauben. Die Erstangeklagte wurde wegen schweren Betrugs zu fünf Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 960 Euro verurteilt. Die Zweitangeklagte erhielt eine Geldstrafe in der Höhe 1620 Euro, die Hälfte davon bedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.