„Alles Behauptungen“: 37-Jähriger bestreitet Gewaltvorwürfe

Über fünf Jahre hinweg soll ein 37-Jähriger seiner damaligen Frau Gewalt angetan haben. Er bestreitet die Vorwürfe.
Die öffentliche Anklägerin legt die beiden Vorwürfe dar. Der 37-jährige Angeklagte soll im Februar 2026 seine Ex-Frau mit einem Messer bedroht haben. Während er dieses mit der Spitze in deren Richtung hielt, habe er gedroht, sie und dann sich selbst umzubringen. Durch die Verwendung des Messers ist die Strafdrohung auf drei Monate bis drei Jahre erhöht.
Weiters wird ihm fortgesetzte Gewaltausübung zur Last gelegt. Der Angeklagte habe zwischen 2019 bis Ende 2024 mindestens dreißig Mal Gewalt gegen die Frau angewandt. Er habe sie angeschrien, geschüttelt und geschlagen. Die Gewalt soll blaue Flecken und je in einem Fall ein blaues Auge sowie eine aufgeplatzte Lippe zur Folge gehabt haben. Die genauen Tatzeitpunkte lassen sich nicht mehr feststellen.
Nie auffällig geworden
“Ich bin seit 37 Jahren in Vorarlberg und es gab nie einen Vorfall wegen aggressivem Verhalten”, erklärt der Angeklagte. In Auseinandersetzungen schreie oder fluche er vielleicht. “Wie jeder”, merkt er an. Die vorgeworfenen Gewalttaten bestreitet er. Das seien alles Behauptungen seiner Ex-Frau. Von Richter Alexander Wehinger gefragt, warum diese das behaupten solle, antwortet der 37-Jährige: “Muss man sie fragen, vielleicht.” Darüber hinaus habe sie diese Aussagen erst nach der Scheidung im vergangenen Jahr getätigt.
Die Ex-Frau des Angeklagten betritt den Verhandlungssaal. Da sie mit ihm gemeinsame Kinder hat, steht ihr ein Aussageverweigerungsrecht zu. Dieses nimmt sie wahr. Somit muss sie keine Aussage tätigen und kann umgehend wieder gehen. Ihre bisherigen Angaben dürfen für das Urteil ebenfalls nicht herangezogen werden.
Der Richter verkündet einen Freispruch “insbesondere aus diesem Grund, da sich Ihre Ex-Frau entschlagen hat”. Dennoch gibt der Richter dem 37-Jährigen mit auf den Weg: “Wenn Sie es gemacht haben, dann wissen Sie es und ich hoffe, dass in diese Richtung nichts mehr passieren wird.”