Demografische Entwicklung verschärft Fachkräftemangel

02.03.2022 • 12:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die alternde Bevölkerung stellt die österreichische Wirtschaft in den nächsten Jahrzehnten vor große Herausforderungen. “Der bereits jetzt bestehende Fachkräftemangel in Handel, Tourismus, Pflege, technischen und handwerklichen Berufen wird sich in den nächsten Jahren durch die demografische Entwicklung noch verstärken”, geht aus einem aktuellen Bericht des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor.

Die Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren in Österreich geht laut Prognose der Statistik Austria in den nächsten 30 Jahren um 4,8 Prozent zurück, die am Arbeitsmarkt aktiven Personen werden immer älter. In allen Bundesländern – ausgenommen Wien und Niederösterreich – soll die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zurückgehen. Im Jahr 2050 sind 47,3 Prozent der Bevölkerung den Erwerbspersonen zuzurechnen, im Jahr 2021 lag dieser Anteil bei 51,3 Prozent. Auch die Nachbarländer Österreichs müssen sich auf eine älter werdende Bevölkerung einstellen.

“Insgesamt nur etwas weniger, aber vor allem viel mehr ältere Arbeitnehmer_innen prägen den Arbeitsmarkt von morgen und das ist eine gute Nachricht”, kommentierte AMS-Vorstand Johannes Kopf die Prognose. Neben der Zuwanderung werde vor allem die steigende Erwerbsbeteiligung der Älteren verhindern, dass der heimischen Wirtschaft die Arbeitskräfte ausgehen.

Aufgrund von Pensionsänderungen müssen Frauen künftig länger arbeiten. “Einen deutlichen Anstieg des Arbeitskräfteangebots durch mehr ältere Frauen bringt das in Kürze deutlich steigende Frauenpensionsalter”, erwartet der AMS-Vorstand. Durch diese Maßnahme gebe es ab 2024 jährlich rund 25.000 mehr Frauen am Arbeitsmarkt. Kopf wünscht sich von den Unternehmen, dass sie mehr lebensaltersgerechte Arbeitsplätze anbieten.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.