Italiens Städte schaffen “Klimazufluchtsorte”

28.06.2026 • 19:13 Uhr

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle bauen zahlreiche italienische Städte ihre Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen aus. Kostenlose Schwimmbäder, klimatisierte Bibliotheken und Museen sowie öffentliche Gebäude dienen zunehmend als sogenannte “Klimazufluchtsorte”. In 18 der 27 vom Gesundheitsministerium überwachten Städte galt am Wochenende die höchste Hitzewarnstufe.

Die Maßnahmen sollen vor allem älteren Menschen, Kindern und anderen gesundheitlich gefährdeten Personen zugutekommen. Ziel ist es, hitzebedingte Notfälle zu verhindern und die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Gleichzeitig stehen der Schutz von Beschäftigten im Freien sowie Vorkehrungen für Großveranstaltungen im Mittelpunkt.

Hotline für besonders gefährdete Menschen in Mailand

In Mailand veröffentlichte die Stadt eine Karte mit klimatisierten Aufenthaltsorten und richtete eine Hotline für besonders gefährdete Menschen ein. Ausgewählte Gruppen von Senioren über 65 Jahren sowie Kinder erhalten kostenlosen Zugang zu städtischen Schwimmbädern und Museen.

In Rom wurden an touristischen Brennpunkten feste Sanitätsstationen eingerichtet. Am Kolosseum sorgen große Ventilatoren und Vernebelungsanlagen des Zivilschutzes für Abkühlung. Zudem bereitet sich die Hauptstadt mit einem Notfallplan auf mögliche Stromausfälle durch den erhöhten Energieverbrauch vor. Bürgerinnen und Bürger ab 70 Jahren können kostenlos 17 kommunale Freibäder nutzen.

Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude bieten klimatisierte Räume, Sitzgelegenheiten und kostenloses Trinkwasser. Veranstalter von Konzerten und Großereignissen sind verpflichtet, ausreichend Trinkwasser bereitzustellen. Auch Florenz hat die Zahl seiner klimatisierten Schutzorte auf 53 erhöht und setzt die Betreuung älterer Menschen mit Hausbesuchen und Teleassistenz fort. In Venedig erhalten Menschen über 75 Jahre im Rahmen einer Hitzeschutzinitiative kostenlosen Eintritt in die städtischen Museen.

In Neapel öffnete die Erzdiözese gemeinsam mit der Caritas mehrere Kirchen im historischen Zentrum, damit insbesondere obdachlose Menschen dort Schutz vor der Hitze finden können. Gleichzeitig melden Krankenhäuser einen deutlichen Anstieg hitzebedingter Notfälle. Auch Palermo und Catania haben ihre Katastrophenschutzpläne angepasst und die Betreuung gefährdeter Bevölkerungsgruppen verstärkt.

Die Hitzewelle, die Italien seit Tagen im Griff hält, hat an diesem Wochenende ihren Höhepunkt erreicht. Temperaturen um die 40 Grad wurden in mehreren Teilen des Landes gemeldet. Ab nächster Woche sollte sich die Lage entspannen.

Unwetter in mehreren Teilen Südtirols

Inzwischen haben am Sonntagnachmittag heftige Unwetter in mehreren Teilen Südtirols Überschwemmungen und Murenabgänge ausgelöst. Feuerwehrleute waren vor allem in Meran und im Vinschgau im Dauereinsatz. In Meran ging eine Mure ab. Dabei wurde ein Haus vermurt, wie das Online-Portal Stol berichtete. Besonders betroffen war die Gemeinde Hafling bei Meran, wo innerhalb einer Stunde rund 50 Millimeter Regen fielen. Eine Person wurde in einer Garage eingeschlossen und musste von den Einsatzkräften gerettet werden. Freiwillige Feuerwehren leiteten das Wasser ab, sicherten das Gebäude und verhinderten weitere Schäden. Zur Beseitigung der Geröllmassen kamen auch Bagger zum Einsatz.

Die starken Niederschläge führten zu mehreren Muren, die Straßen, Apfelplantagen und Privatgrundstücke verschütteten. Die Einsatzkräfte beseitigten Schlamm und Geröll, pumpten überflutete Bereiche aus und sicherten die Verkehrswege.