Ludwig: Gemeindebau-Sager mit Nevrivy besprochen

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat mit dem Donaustädter SP-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy über dessen Aussagen zum Wiener Gemeindebau gesprochen. Das hat der Stadtchef am Dienstag am Rande eines Medientermins berichtet. Nevrivy soll sich bei einem Treffen mit dem damaligen Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck dafür ausgesprochen haben, einen Teil des kommunalen Wohnungsbestands zu veräußern.
“Ich hab das mit ihm besprochen. Er hat sich dafür auch öffentlich entschuldigt”, sagte Ludwig. “Und die Handlungen in Wien zeigen ja, dass die Sozialdemokratie für den Gemeindebau steht, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und dass wir auch in Zukunft weitere Gemeindebauten errichten.” Es freue ihn, dass das Thema Gemeindewohnungen jetzt wieder auf Interesse stoße.
Kein Verkauf von Gemeindebauten
Dass man seit längerem schon wieder solche errichte, habe bisher “niemanden interessiert”, befand er. Nun könne man darauf hinweisen, dass man das international anerkannte Modell fortsetze. Ein Verkauf von Gemeindebauten, wie er etwa in Wiener Neustadt durchgeführt werde, komme nicht in Frage. “Solange ich Bürgermeister bin, wird es das nicht geben. Und ich habe ja angekündigt, dass ich 2030 noch einmal kandidiere, von daher wird das noch eine sehr, sehr lange Zeit sein.”
Nevrivy soll bei einer geselligen Runde dabei gewesen sein, die sich laut Medienberichten im Herbst des Vorjahres im Weinkeller des inzwischen zurückgetretenen WKW-Chefs Ruck eingefunden hat. Zu den kolportierten Aussagen dort gehören jene über den Gemeindebau. Nevrivy soll betont haben, dass er für einen Teilverkauf wäre.
Inzwischen hat er beteuert, dass er sich “bedingungslos” zum sozial geförderten Wohnbau bekennt. Auch habe er nie mit Investoren über etwaige Privatisierungen gesprochen, schwor er. Darüber, ob Nevrivy auch bei der Wahl 2030 noch einmal im Bezirk antreten wird, wollte Ludwig nicht spekulieren: “Ob er noch einmal kandidiert, wird nicht zuletzt er entscheiden.”