Sport

Ihm gelang, was unmöglich schien

03.01.2026 • 23:29 Uhr
Ihm gelang, was unmöglich schien
Der NEUE-Ehrenpreis 2025 ging an einen Erneuerer. Dietmar Stiplovsek

Der NEUE-Ehrenpreis 2025 ging an einen, der es schaffte, Gegensätze zu überwinden und einen langgehegten Traum zu erfüllen.

Was Bernd Bösch in seinen knapp sieben Jahren bei Austria Lustenau geschaffen hat, ist historisch. Der einstige Politiker schaffte als Austria-Boss, was in den vielen Jahren zuvor in der Ära Hubert Nagel völlig utopisch schien: In Lusten­au wurde ein neues, reines Fußballstadion gebaut. Die alte Haupttribüne blieb zwar bestehen, was aber zur Gemengelage bei den Grün-Weißen passt, wo Altes und Neues zusammengefunden hat. 2019 war Bösch der Kopf einer Reformgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Austria zu erneuern. Nicht gegen den Willen des Austria-Langzeitpräsidenten Nagel, sondern, so der Wunsch, mit dessen Einverständnis. Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung vom 18. Jänner 2019 wurden viele Gespräche geführt, auch mit Nagel, der sich durchaus kompromissbereit gezeigt haben soll.

Ihm gelang, was unmöglich schien
Ohne Bernd Bösch gäbe es keine Sun-Minimeal-Arena. Klaus Hartinger

NEUE-Ehrenpreis des Jahres 2025

Kategorie-Kriterien: Das Lebenswerk oder Leistungen, die über das Kalenderjahr hinaus gehen.
Begründung: Bernd Bösch übernahm 2019 mit einem neuen Vorstandsteam Austria Lustenau und erfüllte dem Klub den Stadiontraum.

Zukunftsfit
Bei besagter Jahreshauptversammlung stellte sich Nagel dennoch abermals als Präsident zur Wahl, als sich nur eine hauchdünne Mehrheit für ihn aussprach, trat der Zampano zurück – und mit ihm der gesamte Vorstand. Nagel hinterließ einen mit mehreren Hunderttausend Euro verschuldeten Verein ohne Perspektive und Vision. Es folgte eine öffentliche Debatte über die Ausrichtung des Vereins, doch Bösch, der sein Amt als Sportreferent der Marktgemeinde Lusten­au zurücklegte, schaffte es, die Gegner zu überzeugen und nach und nach den in sich zerrissenen Verein wieder zu einigen.
Im Juni 2019 holten die Grün-Weißen Anteilseigner CSC in den Verein. Es folgte in der Corona-Spielzeit 2019/20 der Einzug ins ÖFB-Cup-Finale, 2022 gelang nach 22 Jahren die Rückkehr in die Bundesliga. Am 4. Dezember 2023 erfolgte der zukunftsweisende Spatenstich für den Neubau des Reichshofstadions, das schließlich am 19. Juli 2025 als Sun-Minimeal-Arena eröffnet wurde. Die Grün-Weißen waren mittlerweile zwar wieder ein Zweitligist, doch als Bösch am 26. November 2025 den geordneten Rückzug antrat, hinterließ er eine weitgehend sanierte Austria, die in Eigenregie den Bau des neuen Austria-Dorfs und des Austria-Centers sowie den Kabinenumbau gestemmt hatte: Bösch geht als Erneuerer in die Klubgeschichte ein, der die Austria zukunftsfit machte, ohne dabei die Wurzeln zu vergessen. Deshalb erhält Bernd Bösch den NEUE-Ehrenpreis.

Bernd Bösch

Geboren am: 21.2.1961
Position: Vorstandssprecher Austria Lustenau von 2/2019 bis 11/2025.
Leistung: Übernahm als Sprecher eines neuen Vorstands im Februar 2019 die Führung bei einer maroden Austria Lustenau, die nach dem Amtsverzicht von Hubert Nagel in sich zerstritten war. Bösch holte Anteilseigner CSC, 2020 gelang der Einzug ins ÖFB-Cup-Finale, 2022 der Bundesliga-Aufstieg, 2024 stiegen die Grün-Weißen zwar wieder ab, waren aber als Verein wieder geeint. Am 19. Juli 2025 wurde die Sun-Minimeal-Arena eröffnet.