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„Das passiert nicht beim Schubsen“: Student nach Clubstreit vor Gericht

20.10.2026 • 09:52 Uhr
„Das passiert nicht beim Schubsen“: Student nach Clubstreit vor Gericht
Der junge Angeklagte an Landesgericht Feldkirch. NEUE, Canva (Symbolbild)

Ein 20-Jähriger möchte vor Gericht Verantwortung für einen folgenschweren Clubstreit übernehmen. Bei der Frage, was genau passiert ist, bleibt er jedoch unsicher.

“Sie müssen ihn so heftig geschlagen haben, dass ein Zahn abgebrochen ist. Das passiert nicht beim Schubsen”, sagt Staatsanwältin Konstanze Erath in aller Deutlichkeit gegenüber dem 20-jährigen Angeklagten. Dieser beteuert mehrfach, dass er Verantwortung übernehme. Er sei sich aber nicht sicher, ob er das mutmaßliche Opfer ins Gesicht geschlagen habe. Eine Gehirnerschütterung, ein Nasenbeinbruch und ein abgebrochener Schneidezahn lassen allerdings andere Schlüsse zu.

Streit im Club

Im Jänner habe der Angeklagte mit einem anderen Mann in einem Club gestritten. Dabei habe 20-Jährige seinem Gegenüber ins Gesicht geschlagen.

Der Angeklagte erklärt, das mutmaßliche Opfer habe ihn bis auf die Toilette verfolgt. Er habe Angst bekommen und deshalb zugeschlagen oder vielleicht geschubst. Zugleich betont er, zuvor noch nie jemanden geschlagen zu haben. Auch den Vorfall bewertet er mit klaren Worten: “Das war nicht die richtige Entscheidung.”

Schließlich übernimmt der junge Mann die volle Verantwortung. Wenn Zeugen den Schlag gesehen haben, dann müsse es so gewesen sein, erklärt er. In Anbetracht der Voraussetzungen und im Hinblick auf seine Zukunftsaussichten wird eine Diversion beantragt. Der 20-Jährige wohnt in Deutschland, ist Student und engagiert sich nebenbei bei einer gemeinnützigen Organisation. Durch eine diversionelle Erledigung würde er weiterhin als unbescholten gelten.

Verfahren eingestellt

Richterin Kathrin Feurle unterbreitet dem Angeklagten folgendes Angebot: 500 Euro Geldstrafe an den Staat und 150 Euro Schadenswiedergutmachung an das Opfer. Der junge Student nimmt das Diversionsangebot an.

Die 150 Euro bezahlt er bar im Gerichtssaal und entschuldigt sich nochmals. Die Strafe überweist er ebenfalls noch vor Ort. Da keine Schulden mehr offen sind, wird das Verfahren somit eingestellt.