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Ex-Chefarzt fordert rund Viertelmillion Euro

11.11.2025 • 13:04 Uhr
Ex-Chefarzt fordert rund Viertelmillion Euro
Der Kläger Philipp Kloimstein fordert von der Stiftung Maria Ebene als Abgangsentschädigung 245.000 Euro. Stiplovsek

Ehemaliger ärztlicher Leiter der Stiftung Maria Ebene behauptet in anhängigem Arbeitsprozess gegen Ex-Arbeitgeber einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses.

Der Kläger Philipp Kloimstein fordert von der beklagten Stiftung Maria Ebene in einem Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch als Abgangsentschädigung 245.000 Euro. Die eingeklagte Summe ergibt sich der Klage zufolge aus einem Jahresgehalt plus der Ersatzleistung für 68 Urlaubstage.

Mündliche Vereinbarung

Der ehemalige ärztliche Leiter der Stiftung Maria Ebene behauptet in dem Rechtsstreit, er habe mit dem Präsidenten der Stiftung mündlich eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses mit der Zahlung eines Jahresbezugs und der Urlaubsersatzleistung vereinbart.

Die beklagte Stiftung sagt hingegen, es liege keine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses vor. Stattdessen habe es heuer eine Dienstgeberkündigung gegeben. Sollte eine Dienstgeberkündigung vorliegen, verlangt der Kläger als Kündigungsentschädigung 158.000 Euro.

Fortsetzung 2026

Mit der vorbereitenden Tagsatzung begann am Dienstag der Arbeitsprozess. Die Verhandlung wird 2026 fortgesetzt werden. Vergleichsgespräche führten im Gerichtssaal noch zu keinem Erfolg.

Vor allem diese Fragen seien in dem Rechtsstreit zu beantworten, sagte Arbeitsrichterin Sarah Feldkircher bei der Verkündung ihres Prozessprogramms: Wie endete das Arbeitsverhältnis? Wurde eine einvernehmliche Auflösung vereinbart? War der Kläger ein leitender Angestellter? Wäre ein Beschluss des Kuratoriums der Stiftung erforderlich gewesen?

Interne Konflike

Die Stiftung Maria Ebene betreibt das Suchtkrankenhaus Maria Ebene in Frastanz und andere stationäre und ambulante Therapieeinrichtungen für Suchtkranke. Der oberösterreichische Psychiater Kloimstein war von 2020 bis 2025 ärztlicher Leiter der Stiftung, die vor allem durch Landesgelder finanziert wird.

Der Kläger habe ja gehen wollen, sagte Beklagtenvertreter Andreas Fritsch. Weshalb hätte dann die Stiftung seinen Wunsch nach einer einvernehmlichen Trennung mit der Bezahlung eines Jahresgehalts erfüllen sollen?, so der Stiftungsanwalt. Die Pressemitteilung der Stiftung über eine einvernehmliche Trennung sei vom Kläger konzipiert worden.

Weil seine Reformen wegen interner Konflikte nicht durchführbar gewesen seien, habe er nicht mehr für die Stiftung arbeiten wollen, sagte Kloimstein. Er habe nicht zum politischen Spielball werden wollen.

Zu den zu befragenden Zeugen zählen auch Landesrätin Martin Rüscher und, als stellvertretender Präsident des Stiftungskuratoriums, Bischof Benno Elbs.