Wie Schäferhund Oskar Verbrecher aufspürt

Ob bei der Suche nach Verdächtigen, vermissten Personen oder Datenträgern: Hunde sind aus dem Polizeialltag schwer wegzudenken.
Vor gerade einer Woche, mitten in der Nacht um ein Uhr, wurde in eine Tankstelle in Feldkirch eingebrochen. Der Dieb schob mit voller Kraft eine Schiebetüre auf und stahl drei Bierdosen, ehe er den Tatort, gemeinsam mit einer Freundin, wieder verließ. Nur 24 Minuten später konnte der Täter bereits gestellt werden. Die unmittelbare Festnahme war durch Schäferhund Oskar möglich; dieser gehört zu den ersten Personensuchhunden der Polizei Vorarlberg. Der achtjährige Rüde ist darauf trainiert, Personen aufgrund ihres persönlichen Geruches aufzuspüren, wie er es auch beim Tankstellendieb schaffte. Eine Fähigkeit, die aber nicht nur beim Aufspüren von Verbrechern hilfreich sein kann. „Die Hunde können auch abgängige Personen oder vermisste Kinder finden“, erklärt Christian Muther, Landesausbildungsleiter für Junghunde.

Stöbern und schützen
Zusätzlich verfügt Hund Oskar über die Standardgrundausbildung Schutz und Stöbern. Das heißt, er schützt unter anderem seinen Hundeführer Abteilungsinspektor Manuel Schmid in gefährlichen Situationen, beispielsweise bei Großeinsätzen oder Demonstrationen. Unter dem Begriff „Stöberdienst“ fällt wiederum das Auffinden von Personen und Gegenständen.

Allgemein kann dann im Rahmen der Ausbildung die Fähigkeit des Stöberns, zum Auffinden von etwa Drogen, Sprengstoff, Brandmittel, Leichen- und Blutspuren, spezifiziert werden.

Ausbildungsweg
Der belgische Schäferhund Oskar ist einer von derzeit 14 Polizeihunden in Vorarlberg. Die Hundestaffel hat ihren Hauptsitz in Feldkirch, in der Phi Feldkirch, kurz für Polizeidiensthundeinspektion Feldkirch. Dort kommen aufstrebende Polizeihunde für gewöhnlich erstmals mit acht bis zehn Wochen hin. Einer der derzeit jüngsten Zugänge ist Schäferhund Ares. Der Kleine ist zwar erst fünf Monate alt, trainiert aber bereits brav mit seiner Hundeführerin Julia Liebl für den Ernstfall. Bis aus Ares ein ausgewachsener Diensthund wird, dauert es noch ein wenig. „Fertig ausgebildet sind die Hunde für gewöhnlich dann mit zwei bis zwei eineinhalb Jahren“, erzählt Muther.

Datenträgerspürhund
Einer der neuesten Fähigkeiten, auf welche die ersten Hunde in Vorarlberg trainiert werden, ist das Auffinden von Datenträgern. Der sogenannte Datenträgerspürhund sucht nach beispielsweise Festplatten und USB-Sticks. Wer dabei denkt, dass diese elektronischen Gerätegeruchslos sind, täuscht sich. Die Hunde werden auf den Geruch von Säuren trainiert, welche bei der Herstellung von Datenträgern genutzt werden und später dann noch im fertigen Produkt vorhanden sind.

Trainingsplatz
Um eine bestmögliche Leistung zu erbringen, müssen die Hunde auch regelmäßig trainiert werden. Letzten Dienstag stellte die Gemeinde Hard das ehemalige, derzeit leerstehende Senecura-Zentrum zur Verfügung. Dahingehend fügt Muther hinzu:“Es ist wichtig, dass mit den Hunden an unterschiedlichen Orten geübt wird, um sicherzugehen, dass die Tiere auf unterschiedliche Gegebenheiten vorbereitet sind“, erzählt Muther. Dementsprechend ist die Polizei auch dankbar, wenn ihnen leer stehende Gebäude zum Training zur Verfügung stellen.