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Planet Merkur in der Abenddämmerung

14.02.2026 • 18:00 Uhr
Planet Merkur in der Abenddämmerung
Der innerste Planet Merkur zeigt wechselnde Beleuchtungsgrade wie der Mond. Shutterstock

Merkur ist wegen seiner Sonnennähe selten zu sehen. Jetzt ist eine gute Gelegenheit.

Man würde meinen, dass es ein Leichtes ist, die fünf hellen Planeten des Altertums zu beobachten. Tatsächlich gibt es immer wieder Perioden, in denen Mars, Jupiter und Saturn hell leuchten und die ganze Nacht über beobachtbar sind. Die beiden Planeten Venus und Merkur ziehen ihre Bahnen innerhalb der Erdumlaufbahn. Das bedeutet, dass sie entweder am Morgen im Osten oder am Abend im Westen aufzufinden sind. Dazwischen gibt es Zeiten, zu denen die inneren Planeten hinter oder vor der Sonne sind und daher nicht zu beobachten sind. Im Jänner 2026 standen beide Planeten in oberer Konjunktion zur Sonne. Das bedeutet, dass Merkur am 21.1. genau hinter der Sonne und damit unsichtbar war. Venus hatte diese Position am 6. Jänner erreicht. Beide Planeten sind jetzt wieder am Abendhimmel zu finden.

Kurzes Beobachtungsfenster

Merkur erreicht Mitte Februar die beste Abendsichtbarkeit des gesamten Jahres. Am 15. Februar um 18 Uhr steht Merkur zwölf Grad über dem Horizont in westsüdwestlicher Richtung. Es gibt wie immer bei Merkurbeobachtungen ein kleines Zeitfenster, in dem es schon dunkel genug ist, aber der Planet noch nicht untergegangen ist. Seine Helligkeit ist mit -0,8 Magnituden beachtlich, aber feinste Dunst- und Wolkenschichten können in Horizontnähe die Helligkeit drastisch verringern. Um 19.17 Uhr sinkt Merkur bereits unter den Horizont.  Die darauffolgenden Tage geht er zwar etwas später unter, aber seine Helligkeit nimmt ab, sodass eine erfolgreiche Beobachtung nur in der ersten Wochenhälfte möglich ist. Die Venus steht derzeit in derselben Richtung, ist noch tiefer am Horizont, aber deutlich heller als der Merkur. Am 18. Februar befindet sich der erst einen Tag alte Mond mit einer extrem schmalen Sichel um 18.30 Uhr genau zwischen den beiden Planeten. Wer ein Teleskop zur Hand hat, wird beim Merkur einen Beleuchtungsgrad feststellen: ziemlich genau die Hälfte des Planetenscheibchens ist von der Sonne beschienen.

Planetenparade

Derzeit kann man am Abendhimmel eine Planetenparade sehen. Die Ekliptik, also die Linie auf sich alle Planeten befinden, steigt steil am Himmel auf. Der Ringplanet Saturn steht um 18 Uhr 24 Grad hoch im Südwesten. Mit einer Magnitude von 1,1 ist er ziemlich auffällig. Erst durch ein Teleskop betrachtet, zeigt er uns seinen berühmten Ring. Jupiter ist noch immer in den Zwillingen und abends das hellste Objekt am Osthimmel. Als einziger, der klassischen Planeten bleibt Mars unterhalb des Westhorizonts nicht zu beobachten.

Interessanter Merkur

Der innerste Planet ist nach dem Götterboten Merkur benannt, weil er so schnell unterwegs ist. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er lediglich 88 Tage. Das ist mit den Bahngesetzen von Johannes Kepler leicht verständlich, denn die Umlaufszeiten sind umso kleiner, je kleiner der Bahnradius ist. Genau genommen kann man nur bei einer Kreisbahn von einem Radius sprechen. Aber alle Planetenbahnen, ganz besonders die Merkurbahn, sind langgezogen, also elliptisch. So hat Kepler bei seinen Bahngesetzen von den großen Halbachsen der Ellipsen gesprochen. Merkur ist mit 4800 Kilometern der kleinste Planet des Sonnensystems und nur gut ein Drittel so groß wie die Erde. Auf Merkur dauert ein Tag 59 Erdentage, dafür ist ein Jahr nach nach 88 Erdentagen vorbei. Merkur hat keine Monde und seine Oberfläche ist mit 430 Grad so heiß, dass Blei schmelzen würde. Daher ist es ganz in Ordnung, dass wir ihn nur aus der Ferne beobachten.