Frühlingsgefühle mit Osterhase und Familie

Weihnachten finde ich wunderbar. Aber ich muss zugeben, Ostern mag ich fast noch lieber – und heuer war es wirklich ein unglaublich österliches Osterwochenende. Mehr Ostern geht fast nicht mehr.
Das Wetter war nach dem erneuten Kälteeinbruch eine Offenbarung an Wärme und Wohligkeit. Die Vögerl haben schon frühmorgens die Sonne willkommengezwitschert und man hätte – auch als gestandene, erwachsene Frau, leicht desillusioniert vom alltäglichen Leben – tatsächlich meinen können, auf der mit aufkeimenden Frühlingsblumen gesprenkelten Wiese den Osterhasen vorbeihuschen zu sehen. Kurz. Ganz kurz.
Das beste Wetter jedenfalls für einen Familien-Osterbrunch im Freien. Wobei wir ja keine Familie sind, die sich zwingend jedes Wochenende zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen trifft. Jeder von uns hat seine Interessen, seine Wanderungen, Arbeiten, Kinder und diesen ganz legitimen Wunsch nach Ruhemomenten, sodass wir es selten schaffen, uns alle in voller Familienpracht und Größe zu versammeln – es sei denn, jemand heiratet gerade. Aber dieses Thema hat sich bei den meisten von uns wohl erledigt. Glaub ich. (Wobei ich da noch ein, zwei Kandidaten im Auge hätte. Da könnte ich nochmals nachhacken.)
Jedenfalls sind diese Momente selten. Aber diesmal hat es meine wunderbare Schwester geschafft, nahezu alle bei sich im Garten eintrudeln zu lassen. Ein kleines logistisches Wunder. Die Kinder haben sich im Trampolin gegen den blauen Himmel katapultiert und zwischen Sträuchern und Bäumen die bunten Eier gesucht, die Opa äußerst gefinkelt versteckt hat. Halt – nein. Der Osterhase natürlich. Entschuldigung.
Die Erwachsenen sind in der Sonne gesessen, haben die noch weißen Bergspitzen bewundert – und mindestens genauso ehrfürchtig den selbstgemachten Osterzopf. Wir haben geplauscht, gelacht, die Nasenspitzen in die Frühlingssonne und den Prosecco in der Hand gehalten. Aus dem Brunch wurde eine Nachmittagsjause und aus der Nachmittagsjause ein Abendessen. Und irgendwo dazwischen ist die Zeit einfach ein bisschen langsamer geworden.
Eine kleine Insel der Leichtigkeit haben wir uns geschaffen. Eine, auf der niemand irgendwohin musste, nichts dringend war und alles genau so gepasst hat, wie es war. Und während man so dasitzt, ein bisschen zu satt, ein, bisschen zu sonnengewärmt (der erste Sonnenbrand im Jahr 2026 hatte sich auf meinem Dekolleté manifestiert), denkt man sich: Vielleicht ist das ja das eigentliche Wunder an Ostern – dieses leise Gefühl, dass alles für einen Moment wieder ganz leicht sein darf. Familie ist schon etwas Tolles!