Halt für Tier und Mensch

Melanie Graf aus Dornbirn betreut Tiere mit echter Liebe und zuverlässiger Sorgfalt direkt in ihrem vertrauten Zuhause.
Was hat Sie dazu inspiriert, “Anker für Tiere” ins Leben zu rufen?
Melanie Graf: Ich wollte weitergeben, was mir meine eigenen Tiere geschenkt haben: Halt, Vertrauen und Kraft. Viele Menschen geraten durch Krankheit oder schwierige Lebenssituationen an ihre Grenzen und machen sich vor allem Sorgen um ihr Tier. Weil ich weiß, wie schwer es ist, Verantwortung abzugeben, möchte ich in solchen Momenten ein Anker sein und dafür sorgen, dass es dem Tier gut geht. Seit dem 16. März mache ich das nun offiziell, nachdem ich das Konzept schon Monate davor aufgebaut habe, um Menschen zuverlässig unterstützen zu können.
Warum ist es Ihnen so wichtig, dass die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung bleiben?
Graf: Am Anfang wollte ich Tiere bei mir zu Hause betreuen, doch ohne Bewilligung gilt man sofort als Tierpension. Bei einer Notbetreuung habe ich gemerkt, dass viele Tiere erst in ihrer eigenen Wohnung wirklich zur Ruhe kommen. Seitdem betreue ich ausschließlich bei den Menschen zu Hause und übernachte auf Wunsch auch am Wochenende oder in den Ferien. Ich arbeite nur in Dornbirn und Umgebung und fahre bewusst mit dem Fahrrad, um zuverlässig und schnell bei den Tieren zu sein.
Gab es einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Graf: Ja, viele schöne Momente, aber einer war wirklich besonders. In Hohenems wollte eine ältere Dame nur Gartenhilfe, keine Tierbetreuung. Ich war zum ersten Mal dort, und plötzlich kamen von allen Seiten Katzen, obwohl keine einzige ihr gehörte. Sie schlangen sich um uns, als würden sie mich kennen. Für mich fühlte es sich an wie ein Zeichen, als hätten sie gespürt, dass jemand von Anker für Tiere da ist. Das war ein richtiger Gänsehautmoment.
Haben Sie Wünsche für die Zukunft?
Graf: Mein Wunsch ist, dass mehr Menschen mein Angebot nutzen können, ohne Angst um ihr Tier. Viele stecken zurück und verzichten auf Reha, Krankenhaus oder dringend nötige Auszeiten, weil sie niemandem vertrauen. Genau da möchte ich ein Anker sein. Wichtig ist mir nicht die Menge an Aufträgen, sondern dass alles Hand und Fuß hat und die Menschen erleichtert sind, wenn ich komme, weil sie wissen: Ihr Tier ist in guten Händen.