„Jede Show ist ein kleines Abenteuer“: Compagnie Trisoleil beim Gauklerfestival Feldkirch

Akrobatik, Artistik und mit einer Prise Humor: Die Compagnie Trisoleil tritt beim diesjährigen Gauklerfestival in Feldkirch auf. Im Interview erzählen Valerian Kapeller sowie Elias und Navin Bauer, wie sie zur Straßenkunst gekommen sind.
Wie wird man Straßenkünstler?
Navin Bauer: Mein Bruder Elias und ich sind praktisch damit aufgewachsen. Unsere Familie ist in der Zirkusbranche tätig. Unsere Eltern, Verwandten und viele Familienmitglieder machen seit Jahren Feuer- und Artistikshows. Dadurch wurde uns diese Leidenschaft schon von klein auf vorgelebt. Wir haben früh mit dem Training begonnen und uns später intensiv mit Akrobatik, Parkour und Freerunning beschäftigt. Irgendwann war für uns klar, dass wir unsere Leidenschaft zum Beruf machen und eigene Shows auf die Straße bringen möchten.
Valerian Kapeller: Bei mir war der Weg etwas anders. Ich habe mit etwa 13 oder 14 Jahren angefangen, Diabolo zu spielen. Später nahm ich an der Fernsehsendung “Die große Chance” teil und belegte dort den zweiten Platz. Zunächst war ich vor allem bei Galas und Firmenveranstaltungen unterwegs. Erst durch unsere gemeinsame Gruppe habe ich die Straßenkunst richtig kennen und schätzen gelernt.
Wie habt ihr zueinander gefunden?
Navin Bauer: Wir waren früher alle Teil der Gruppe „Flying Freaks“, die damals aus bis zu acht Personen bestand. Nachdem sich die Gruppe aufgelöst hatte, beschlossen wir, zu dritt weiterzumachen und gründeten unsere eigene Formation „Compagnie Trisoleil“.

Was macht am meisten Spaß am Straßenkünstler-Dasein?
Elias Bauer: Da gibt es einiges. Besonders schön ist es, gemeinsam mit Freunden kreativ zu arbeiten und neue Shows zu entwickeln. Natürlich ist es auch ein großartiges Gefühl, die fertige Performance vor dem Publikum zu präsentieren und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Navin Bauer: Außerdem ist jedes Straßenkunstfestival und jedes Event ein kleines Abenteuer. Wir lernen ständig neue Menschen kennen und entdecken Orte, die wir sonst vielleicht nie besucht hätten. Erst vor Kurzem waren wir in Liechtenstein, danach in Italien und jetzt in Feldkirch.
Valerian Kapeller: Besonders schön an der Straßenkunst ist auch, dass wirklich jeder zuschauen kann. Egal ob jung oder alt, ob jemand viel oder wenig Geld hat – unsere Shows sind für alle offen. Dadurch erreicht man ein unglaublich vielfältiges Publikum. Gleichzeitig genießen wir die kreative Freiheit: Neue Ideen können wir direkt ausprobieren und unsere Shows ständig weiterentwickeln.