Ewig warmes Wasser – meine ganz speziellen Freuden

Diesmal hatte ich bei meiner Fahrt nach Wien das erstmalige Vergnügen, diese in zwei Etappen zu absolvieren. Ich machte einen Zwischenstopp in Salzburg – also nicht ganz in der Stadt, in der die Mutter Mozarts in den Wehen gelegen ist, sondern außerhalb. Herr Lieblingsmensch war hier kurzfristig stationiert und ich dachte mir, da statte ich ihm doch glatt ausnutzenderweise einen Besuch ab.
Ein charmantes Hotel erwartete mich. Vom Balkon aus konnte man den Outdoorswimmingpool im schon dunklen Abend blau leuchtend dampfen sehen. Und ich habe typischerweise meine Schwimmsachen liegen lassen. Die warten jetzt bereitgelegt am Bett, einsam und ungebraucht auf meine Rückkehr, um dann wieder im Kasten zu verschwinden. Toll gemacht, ganz toll!
Aber nicht die Freude verderben lassen. Es gibt nämlich etwas, worauf ich mich in jedem Hotelzimmer freu und ich als Erstes machen muss. Abgesehen davon, jeden Kasten zu öffnen, die Minibar zu bestaunen und herauszufinden, wie das Licht angeht. Danach kommt das nächste unabwendbare Manöver. Die Dusche!
In meinem Kopf gibt es ein eigenes Sammelalbum für Hotelduschen. Es gibt kleine Duschen mit WC, einsehbar durch eine Glaswand, und große Duschen mit einer Badewanne gleich daneben. Manche brauchen ewig für warmes Wasser, andere schalten nach fünf Minuten auf kalt um. Einige haben einen Wasserstrahl, der mehr an das äußerst sanfte Tropfen eines kaputten Wasserhahns erinnerte, andere wiederum massierten und kneteten dich so durch, dass man auf eine Thai-Massage für die nächsten drei Wochen verzichten konnte. Aber es gibt auch diese, wegen denen du eigens auf Urlaub fahren würdest.
Das Hotelzimmer besaß eine milchgläserne Schiebetüre in den Duschbereich. Mit zwei Duschmöglichkeiten: einmal Regendusche und einmal „normale“ Dusche. Perfekte Wassertemperatur sofort beim Einschalten, eine große Duschkabine, in der man sich drehen und wenden konnte, wie man wollte. Herrlich!
Warum ich diesen Drang habe, kann ich nicht wirklich erklären. Ich bin neugierig, vielleicht auch, weil die Duschen in Hotels keinen Boiler haben, der irgendwann kein warmes Wasser mehr führt, und ich hier ungeniert so lange duschen kann, wie ich will. Ohne Rücksichtnahme auf die nach mir sich körperlich reinigen Wollenden. Meine Kindheit war eine Boilerkindheit, auch jetzt besitze ich wieder einen und mit Teen-Töchtern kann das wirklich zur Nervenprobe werden.
Und dann stehe ich im Hotel unter dem warmen Wasserstrahl und denke einfach an nichts. Gar nichts. Vielleicht singe ich aber ein bisschen …