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Eine gottverdammte Heldin

08.10.2026 • 07:00 Uhr
Kinostarts, Filme der Woche, Lügen über meine Mutter
Werner macht Cornelia für sein eigenes Scheitern verantwortlich und kritisiert vor allem ihren Körper. tobis film

Aus der Sicht ihrer Tochter Ela erzählt der Film von einer Ehe, in der Abwertung zum Alltag gehört.

Diese Ehe steht unter keinem guten Stern. Werner nörgelt dauerhaft an seiner Frau Cornelia herum, ist mit seinem Job unzufrieden und findet nur Freude an Statussymbolen. Seine Frau ist keins, findet er. Weil sie in seinen Augen zu dick und deshalb nicht vorzeigbar ist. Deshalb ist sie seiner Meinung nach auch daran schuld, dass er nicht befördert wird. Dieser unangenehme, toxische Ton zieht sich durch. Der Film spielt in den 1980er-Jahren in einer Provinz in Westdeutschland. Aus der Perspektive der siebenjährigen Tochter Ela wird die unglückliche Ehe der Eltern beschrieben – und der Weg dahin beziehungsweise die Gründe dafür erforscht.

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Selbstbestimmung

Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Werner und Cornelia stehen fast immer nur Cornelias Gewicht – oder andere „Unzulänglichkeiten“ der eigentlich positiven, hübschen und eigenwilligen Frau. Immer, wenn sie wieder einen Schritt in ein selbstbestimmtes Leben gehen will, folgt ein neuer Stolperstein: demente Mutter, fiese Schwiegermutter, toter Vater, misslungene Abtreibung. Gleichzeitig kämpft sie mit einer fast schon stoischen Zuversicht lächelnd für das Glück daheim. Dennoch schwebt das Unglücklichsein wie eine düstere Gewitterwolke über dem Zuhause. Ob kurzes Glück, kleine Hoffnung, tiefe Enttäuschung, Befreiungsschlag oder erbitterter Kampf – sie zeigt alle diese Emotionen und zieht das Publikum damit spielerisch in ihren Bann. Und sie macht selbstbewusst Mut, den eigenen Körper zu lieben – auch, wenn er keine Modelmaße hat. Der nöglerische Ehemann überzeugt ebenfalls in seiner Rolle: Man kann ihn schlicht nicht leiden. Diesen gemeinen Mann, der seine eigenen Versagensängste auf seine wunderbare Frau projiziert und sie damit immer wieder klein macht und abwertet. Wer Gleichberechtigung gut findet, dürfte während des Films immer wieder die Hände zu Fäusten ballen.

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Tobis Film
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