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Sommer ohne Sorgen ermöglichen

20.04.2021 • 20:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Klaus Hartinger

Land schnürte 1,7-Millionen-Euro-Förderpaket für Vorarlberger Familien.

Der zweite Sommer im Zeichen der Corona-Pandemie soll „ein Sommer für alle“ werden. Das sagte Landesstatthalterin und Bildungsreferentin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) am Dienstag im Pressefoyer nach der Sitzung der Landesregierung. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen des Landes ein Maßnahmenpaket geschnürt, um Familien zu unterstützen und zu entlasten.

Erholung, Lernen und Betreuung

Insgesamt drei Schwerpunkte umfasst das 1,7-Millionen-Euro-Paket, berichteten Schöbi-Fink und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). So soll ein gutes Angebot an Sommerbetreuung sichergestellt werden. Dazu werden Möglichkeiten geschaffen, damit Kinder an möglichen schulischen Defiziten arbeiten können. Nicht zuletzt soll auch die Erholung nicht zu kurz kommen.

50 Prozent der Elternbeiträge

Die Pandemie sei insbesondere für Familien eine enorme Herausforderung, meinte der Landeshauptmann. Umso wichtiger sei es, für Entlastung zu sorgen. Wie schon im Vorjahr werden daher vom Land 50 Prozent der Elternbeiträge in der Sommerbetreuung bei elementarpädagogischen Einrichtungen beziehungsweise der Schülerbetreuung übernommen. Rund 800.000 Euro wurden dafür budgetiert.

Landeshauptmann Markus Wallner ist für das Ressort Familien zuständig. <span class="copyright">VLK</span>
Landeshauptmann Markus Wallner ist für das Ressort Familien zuständig. VLK

Für viele Kinder sei das vergangene Jahr auch aufgrund des eingeschränkten Schulbetriebs schwierig gewesen. Um aufgetretene Bildungsdefizite wettmachen zu können, wird vom Land zusätzliches Geld in die Hand genommen. In Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen (Bludenz, Bregenz, Götzis und Hohenems) werden Sommerkurse angeboten, die wie schon im Vorjahr zu einem einheitlichen Tarif von 40 Euro pro Woche und Kind in Anspruch genommen werden können. Auf diese Weise soll das Angebot auch für alle Familien leistbar sein, betonte die Landesstatthalterin. Die Kurse gebe es bereits seit mehreren Jahren. Im vergangenen Sommer wurde jedoch erstmals eine Sonderförderung gewährt, um die vergünstigten Tarife anbieten zu können. 626 Schülerinnen und Schüler haben das Angebot genutzt. Für heuer hat das Land rund 100.000 Euro dafür eingeplant.

Landesstatthalterin und Bildungsreferentin Barbara Schöbi-Fink. <span class="copyright">VLK</span>
Landesstatthalterin und Bildungsreferentin Barbara Schöbi-Fink. VLK

Ein wichtiger Punkt in Bildungsfragen ist auch die Sommerschule. Von 30. August bis 10. September gibt es dabei Unterstützung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Im vergangenen Jahr sei die Sommerschule regelrecht überrannt worden, berichtete Schöbi-Fink. Daher sei die Zahl der Standorte heuer auf insgesamt rund 60 verdoppelt worden. Über 2500 Kinder werden teilnehmen.

Schulpraktische Lehrveranstaltungen

Unterrichtet werden die Schülerinnen und Schüler von Lehrkräften aber auch Lehramtsstudierenden von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten. Diese hätten in den vergangenen Monaten nur wenig Gelegenheit gehabt, schulpraktische Lehrveranstaltungen zu absolvieren. Die Arbeit in der Sommerschule wird daher auch mit fünf ECTS-Punkten vergütet. Lehrpersonen – auch pensionierte – können sich freiwillig zur Mitarbeit in der Sommerschule melden und werden für ihre Tätigkeit vom Land entlohnt. Der Unterricht geht vormittags über die Bühne. Für die Nachmittagsbetreuung durch die Gemeinden gibt es vom Land eine Förderung.

Familienpass

Im Bereich der Freizeitgestaltung wies der Landeshauptmann darauf hin, dass Inhaber des Familienpasses auch heuer eine V-Card von Vorarlberg Tourismus zum Vorzugspreis erwerben können. 86 Ausflugsziele können damit von 1. Mai bis 31. Oktober mindes­tens einmal kostenlos besucht werden. Manche Partner gewähren den vergünstigten Tarif auch mehrfach. Weiters werden Familienwochen angeboten. Zu einem vergünstigten Preis können dabei Ferienaufenthalte im Jugendheim Lech-Stubenbach oder in den Jufa Hotels in Bregenz, im Montafon oder in Laterns gebucht werden. Für Großeltern, die mit ihren Enkeln unterwegs sind und einen Familienpass haben, gibt es zudem wieder vergünstigte Tarife in den Öffis.

Informationen über Ferienbetreuungsangebote gibt es im Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer (https://kba.ak-vorarlberg.at) sowie beim aha (www.aha.or.at/sommercamps). Dazu plant das Land eine Online-Plattform mit einer Übersicht über möglichst viele Angebote im Land.