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Regierungsparteien für Abtreibungsangebot

07.07.2022 • 14:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück setzt den Schwerpunkt auf Beratung. <span class="copyright">Hartinger</span>
ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück setzt den Schwerpunkt auf Beratung. Hartinger

ÖVP und Grüne suchen nach einer Lösung, um in Vorarlberg weiterhin Schwangerschaftsabbrüche zu ermöglichen.

In der Debatte um die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch in Vorarlberg bemühten sich ÖVP und Grüne am Mittwoch um Konsens. Die Klubobleute beider Parteien, Roland Frühstück und Eva Hammerer, hielten in einer gemeinsamen Aussendung fest, für die Möglichkeit zur Abtreibung im Land einzutreten.

Der baldige Ruhestand des einzigen Arztes, der in Vorarlberg derartige Eingriffe vornimmt, hatte die Koalition unter Zugzwang gebracht. Die ÖVP hält daran fest, in Landeskrankenhäusern keine Abtreibungen vornehmen zu lassen, da diese keine Heilbehandlungen sind. SPÖ und Ndeos brachten am Mittwoch hingegen einen gemeinsamen Antrag im Landtag ein, in dem sie eine Diskussion um eben diesen Punkt und die Wahrung der Abtreibungsmöglichkeit im Land forderten.

Konsens zur Lösung

Dass die Volkspartei dennoch generell hinter der Möglichkeit steht, ist ein Zugeständnis an die Grünen. „Es ist auf jeden Fall sinnvoll und nötig, dass diese Möglichkeit weiter besteht und die Frauen diese – wenn nötig – selbstbestimmt in Anspruch nehmen. Hierzu sind wir guten Gesprächen“, hieß sichtlich ausgewogen formuliert.

Hammerer und Frühstück betonten, dass es in den Bundesländern unterschiedliche Herangehensweisen zu diesem Thema gibt: „Das reicht vom niedergelassenen Bereich in einer Ordination bis zu einer Privatordination am Spitalsgelände in Salzburg. An welchem Ort diese Möglichkeit in Vorarlberg in Zukunft angeboten wird, ist offen und hängt natürlich auch mit der Nachfolgeregelung in der Privatklinik Dr. Hostenkamp zusammen.“ In zwei angeschlossenen Sondervoten brachten beide dennoch die unterschiedlichen Sichtweisen ihrer Parteien zum Ausdruck. Während Frühstück den Fokus auf Hilfe und Beratung sieht und an die Babyklappe in der Mehrerau erinnerte, verwies Hammerer auf das „Selbstbestimmungsrecht der Frauen“, dem unbedingt Rechnung zu tragen sei.

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