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Was der Stadttunnel im laufenden Betrieb kosten wird

18.12.2025 • 13:19 Uhr
Was der Stadttunnel im laufenden Betrieb kosten wird
Die Stadttunnel-Baustelle stand wegen eiens Baustopps lange still. Stiplovsek

Wie sicher ist die Tunnelbaustelle in Feldkirch – und was kostet der Betrieb nach der Fertigstellung? Eine Anfrage im Landtag liefert dazu neue Antworten.

Eine missglückte Sprengung an der Baustelle des Stadttunnels Feldkirch in der Felsenau hat dem Großprojekt Ende November – kurz nach der Aufhebung des monatelangen Baustopps – neue Aufmerksamkeit beschert. Mehrere faustgroße Gesteinsbrocken landeten auf der L190, fünf Autos wurden beschädigt, verletzt wurde niemand. Die Straße war während der Sprengung nicht gesperrt.

Der Vorfall löste unter anderem eine politische Anfrage der Grünen aus – und legt nun erstmals detaillierte Zahlen zu Sicherheits- und Betriebskosten offen. Grünen-Klubobmann Daniel Zadra, dessen Partei das Stadttunnelprojekt im Regierungsprogramm 2019-2024 mitgetragen und mitunterschrieben haben, sieht das Projekt als mögliches „geldfressendes Hochrisikoprojekt“ und wollte wissen, wie sicher die Baustelle tatsächlich ist und mit welchen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, Betrieb und Erhaltung des Tunnels zu rechnen ist.

Was der Stadttunnel im laufenden Betrieb kosten wird
Grünen-Klubobmann Daniel Zadra. Steurer

Sicherheitsvorkehrungen bei Sprengungen

Zur Frage, wie er das Sicherheitskonzept einschätzt, äußert sich der zuständige Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) nicht inhaltlich. Die Bewertung liege bei der zuständigen Behörde und deren Sachverständigen. Konkret räumt er ein, dass das Sicherheits- und Sprengkonzept nach dem Steinschlag angepasst wurde. Künftig sollen mehr Sprengschutzmatten eingesetzt, Straßen und Freiflächen großräumiger gesperrt und mehr Absperrposten eingesetzt werden. Für den eigentlichen Tunnelvortrieb wurde ein eigenes Spreng- und Sicherheitskonzept durch einen externen Ingenieurkonsulenten erstellt. Zugleich hält Bitschi fest, dass trotz aller Vorkehrungen Unfälle niemals vollständig ausgeschlossen werden können.

Landhaus
Landestatthalter Christof Bitschi. Hartinger

Erstmals beziffert werden in der Anfragebeantwortung die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen: Laut Bitschi schlagen diese Kosten (betreffend das Hauptbaulos) bis 2030 mit rund 2,14 Millionen Euro zu Buche.

Was der Stadttunnel im laufenden Betrieb kosten wird

Stromkosten

Ein weiterer, sehr interessanter Punkt sind die laufenden Kosten nach der Inbetriebnahme. Laut Anfragebeantwortung lassen sich diese derzeit nur teilweise beziffern, dennoch nennt das Land mehrere konkrete Annahmen und Richtwerte. Für den Strombedarf werden rund 450.000 Euro pro Jahr veranschlagt. Grundlage dafür sind aktuelle Energiepreise sowie ein angenommener durchschnittlicher Verbrauch von rund 2.900 Megawattstunden pro Jahr.

Personal und Netzwerktechnik

Für den operativen Tunnelbetrieb rechnet das Land mit einem zusätzlichen Personalaufwand von zwei Mitarbeitenden, was jährlichen Personalkosten von rund 200.000 Euro entspreche (Preisstand 2024). Die Instandhaltung der elektromechanischen Anlagen wird mit etwa 50.000 Euro pro Jahr angesetzt. Hinzu kommen einmalige bzw. auf zehn Jahre verteilte Kosten für technische Infrastruktur: Für Netzwerktechnik sind rund 80.000 Euro, für Server und Visualisierungssysteme rund 50.000 Euro innerhalb der ersten zehn Betriebsjahre vorgesehen.

Feuerwehren müssen aufrüsten

Weitere Kosten entstehen im Sicherheitsbereich. Für die Erstanschaffung von Löschfahrzeugen der Feuerwehren Feldkirch Stadt, Tisis, Tosters und Gisingen werden rund 675.000 Euro für den Zeitraum 2024 bis 2027 veranschlagt. Die betriebliche Erhaltung der Tunnelanlagen, etwa für Reinigung und laufende Instandhaltung, wird mit rund 650.000 Euro pro Jahr beziffert. Diese Angabe basiert auf Richtwerten gemäß RVS (Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen), Stand 2025, und erfolgt ohne Vorausvalorisierung. Nicht beziffert sind bislang die Kosten für die Überwachung durch die ASFINAG (Betriebsmanagement Hohenems); hier liegen laut Land derzeit noch keine Angaben vor.

Was der Stadttunnel im laufenden Betrieb kosten wird

Begleitmaßnahmen

Nicht Teil der Anfrage sind die Kosten, die auf die Stadt Feldkirch im Zuge der Begleitmaßnahmen zukommen werden, etwa für den Rückbau der L 191. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, dürften diese Kosten nicht unerheblich sein. Genaue Details wollte Bürgermeister Manfred Rädler bis dato nicht preisgeben. In einem NEUE-Interview vom November 2024 sagte er: “Die Kosten der Begleitmaßnahmen werden konkretisiert, wenn die Umsetzung startet. Diese Kosten kommen übrigens direkt der Bevölkerung zugute – durch neue Busspuren, bessere Radwege und Rückbaumaßnahmen zur Entsiegelung.”