Wiens Hoteliers gegen weitere Erhöhung der Ortstaxe

Die Hotellerie macht gegen die angekündigte weitere Anhebung der Ortstaxe in Wien mobil. Dies würde für viele Betriebe massive Auswirkungen haben, warnten Felix Neutatz, der Hotellerie-Obmann in der Wiener Wirtschaftskammer und der Vorsitzende der Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien, Alexander Ipp, am Dienstag im Gespräch mit Medienvertretern. Die Ortstaxe ist in Wien bereits im Juli von 3,2 auf 5 Prozent geklettert. Im Juli 2027 soll sie auf 8 Prozent steigen.
Ursprünglich sollte bereits Ende 2025 ein Satz von 8,5 Prozent gelten. Doch nach einem Aufschrei aus dem Tourismussektor und darauffolgenden Gesprächen mit der Stadt wurden andere Sätze sowie eine zeitliche Staffelung vereinbart. Dies sei ein Kompromiss gewesen, um die noch für 2025 geplante Änderung abzuwehren, betonten die beiden Branchenvertreter heute.
“Preisdurchsetzungs- und Erlösproblem”
Wirklich zufrieden war man laut den beiden Hoteliers mit der Lösung schon damals nicht. Nun zeige sich, dass die bereits erfolgte Erhöhung auf 5 Prozent sich negativ auswirke. Trotz guter Buchungslage seien die Erträge zurückgegangen, erläuterte Neutatz. Auch Ipp konstatierte: “Wir haben ein Preisdurchsetzungs- und Erlösproblem.” Es sei nicht möglich gewesen, die Raten entsprechend zu erhöhen.
In Wien, so gaben die Hoteliers zu bedenken, wird Gästen ein Gesamtpreis einer Nächtigung angezeigt. Darin sei auch die Ortstaxe schon enthalten. Sie extra zusätzlich auszuweisen sei etwa auf Buchungsplattformen nicht möglich, da es sich um einen Prozentsatz handle. In anderen Destinationen würden hingegen oft konkrete Beträge eingehoben, dort könne man die Taxe auch eigens auflisten. Sie sei dann nicht im Preis inbegriffen.
“Wir sind die Melkkuh der Stadt”, ärgerte sich Kammervertreter Neutatz. Das verzerre auch den Wettbewerb, kritisierte er. Er verwies darauf, dass im Bundesschnitt die Erlöse pro verfügbarem Zimmer (RevPAR, Anm.) nicht zurückgegangen, sondern sogar gestiegen sind. Zudem gebe es internationale Beispiele von Städten, die keine Taxe einheben.
Dass die Stadt auf Metropolen mit deutlich höheren Abgaben verweist, ist laut den Branchensprechern nicht zielführend. Oft werde Amsterdam als Beispiel genannt. Dort wolle man aber den Touristenstrom damit eindämmen, betont man. In Wien hingegen werbe man gerne mit den Hotels als “Vorzeigebranche”. Darum sei die Erhöhung auch “schwer irritierend”, wie Ipp befand.
Die Zimmerpreise zu erhöhen, sei nicht so einfach möglich, wird versichert. Die Gäste seien hier äußerst sensibel. Teurere Preise würden sich sofort negativ auf die Buchungen auswirken. Dazu würden Mehrkosten für Personal, Energie oder Lebensmittel kommen. Zugleich steige in Wien das Angebot an Betten überproportional an. Die Ertragslage der Betriebe sei trotz Nächtigungsrekorden somit schwierig.
Forderung nach Belassen der 5-Prozent-Rate
Neutatz und Ipp sprachen sich dafür aus, den Satz bei 5 Prozent zu belassen und auf die Erhöhung kommendes Jahr zu verzichten. Sollte letztere wie geplant kommen, könnten dies einige Hotels nicht überleben, ist man überzeugt. Alternativ schlägt man auch vor, einen Fixbetrag einzuheben.
Während die Hotellerie die Gebührenpläne der Stadt kritisiert, unterstützt man die angekündigten Verschärfungen in Sachen Kurzzeitvermietung. Dies sei ein kleiner Lichtblick. Dass Besucher, die bisher über Plattformen Wohnungen gebucht haben, sich nun für Hotels entscheiden, sei möglich. Viel mehr als ein “Tropfen auf dem heißen Stein” sei das aber nicht, vermutete Ipp.