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TBC bei Wild und Alp-Vieh

14.02.2026 • 13:00 Uhr
TBC bei Wild und Alp-Vieh
Symbolbild: NEUE

„Die aktuelle TBC-Situation ist extrem besorgniserregend“, hieß es vor einem Jahr. Und heuer?

Die Situation hat sich nicht verändert. Bauern überlegen sich, ob sie ihr Vieh heuer auf Alpen auftreiben, oder nicht, wie es immer mehr ankündigen. Schon im letzten Jahr beklagte der Vorarlberger Alpwirtschaftsverein mit Obmann Josef Türtscher, dass auf den Alpen nach dem fast vollständigen Ausfall des Schweizer und Liechtensteiner Viehs, auch Tiroler und deutsches Vieh ausfallen könnte.

„Das Vertrauen der Landwirte in die Jagd ist gebietsweise leider erschüttert“, stellte der Alpwirtschaftsverein fest. So erwarte sich auch der bäuerliche Nachwuchs, die Landjugend, „endlich ein entschiedenes Eingreifen auch seitens der Politik und Behörden … damit die Jäger auch gewillt sind den Bestand zu reduzieren“. Die steigende Zahl von TBC-Fällen bei Rotwild im Montafon und im Bregenzerwald stelle eine akute Bedrohung dar und „eine lückenlose Kontrolle und Reduktion des Wildbestandes“ müsse auf überregionaler Ebene sichergestellt werden. „Die Errichtung von Rotwild-Regulierungsgattern spielt eine zentrale Rolle bei der Reduktion des Wildbestandes in TBC-Bekämpfungsgebieten“, wird festgehalten.

Auch das Thema Fütterung wurde angesprochen. Die Obergrenze von 50 Tieren pro Fütterungsstandort in Kerngebiet soll ein Mindestziel sein. Gerade die Aggregation von vielen Tieren stelle eine große Gefahr dar und wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, „dass sich die Seuche TBC in Gebieten mit hoher Wilddichte und großen Fütterungen festsetzt“. Die Behauptung, dass der Bestand in vielen Regionen bereits stark reduziert wurde, sei nicht nachvollziehbar. Deshalb sei ein „transparentes Kontroll- und Berichtssystem erforderlich, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überwachen und das Vertrauen in den Prozess zu fördern“.

Beginnen könnte die Politik mit einer Neuauflage der „Wildökologischen Raumplanung“, die fast 40 Jahre alt ist. Da könnte geklärt werden, was ein naturverträglicher Wildbestand ist, wie der kontrolliert wird, ob und welche Fütterung angebracht ist und welche Rolle die Behörden spielen sollen, um gesunde Wild- und Nutzviehbestände auf unseren Alpen gütlich weiden zu lassen.