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Die Planetenparade

13.06.2026 • 13:00 Uhr
Jupiter links oberhalb und Venus rechts unterhalb der Palmblätter. Seit dieser Aufnahme Mitte Mai haben die Planeten ihre Positionen gewechselt und stehen tief im Westen.  Foto Seeberger
Jupiter links oberhalb und Venus rechts unterhalb der Palmblätter. Seit dieser Aufnahme Mitte Mai haben die Planeten ihre Positionen gewechselt und stehen tief im Westen.Robert Seeberger

Mit etwas Glück sind derzeit alle hellen Planeten von Merkur bis zum Saturn sichtbar.

Wir nähern uns dem höchsten Stand der Sonne auf ihrer Jahresbahn. Exakt am 21. Juni um 10.25 Uhr beginnt der Sommer. Fast 16 Stunden lang ist die Sonne an diesem Tag über dem Horizont. Das sind ungünstige Bedingungen für Stern- und Planetenbeobachter. Nach Ende der Dämmerung bleiben nur wenige Stunden zur Sternbeobachtung. Dennoch können wir jetzt alle hellen Planeten auch in der Dämmerung sehen. Merkur, Venus und Jupiter sind am Abend in nordwestlicher Richtung und Saturn und Mars am Morgenhimmel beobachtbar. Alle Planeten, Sonne und Mond ziehen ihre Bahnen durch die Sternbilder des Tierkreises. Kennt man die Gestalt der zwölf Tierkreis-Sternbilder, fällt ein zusätzliches Objekt, ein Planet, sofort auf. Die inneren Planeten Merkur und Venus, die Umlaufzeiten von 88 beziehungsweise 225 Tagen haben, wechseln rascher von einem Sternbild in das nächste. Der Mars mit fast zwei Jahren Umlaufzeit, Jupiter mit über elf Jahren und Saturn mit fast 30 Jahren verharren länger innerhalb eines Tierkreissternbildes.

Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel

Das ganze Jahr über ist Jupiter in den Zwillingen geblieben. Er hat Kastor und Pollux an Helligkeit übertroffen. Die Zwillinge sind ein typisches Wintersternbild, das sich jetzt abends rasch verabschiedet. Kommenden Dienstag steht Jupiter gleich nach Sonnenuntergang um 21.20 Uhr im Westen, 18 Grad über dem Horizont. Trotz seiner großen Helligkeit von minus 1,8 Magnituden kann es einige Minuten dauern, bis er sich in der Abenddämmerung zeigt. Zur Beobachtung ist ein Platz mit freier Horizontsicht in Richtung Westen bis Nordwesten erforderlich.

Merkur und Venus als auffällige Begleiter

Der innerste Planet Merkur ist mit 0,6 Magnituden hell, aber deutlich lichtschwächer als Jupiter. Er steht nur 14 Grad über dem Horizont. Als Suchhilfe dient die extrem schmale, zwei Tage alte Mondsichel, die sich rechts oberhalb von Merkur befindet. Der „Abendstern“ Venus ist mit minus vier Magnituden der auffälligste der drei Planeten. Nach Sonnenuntergang steht er 23 Grad hoch am Westhimmel und befindet sich im Krebs, der an die Zwillinge angrenzt. Während der vergangenen Wochen stand Jupiter hoch und Venus tief am Westhimmel. Am 9. Juni zogen die beiden Planeten im Abstand von 1,5 Grad aneinander vorbei. Seither ist Jupiter näher am Horizont als die Venus. Die beiden innerhalb der Erdbahn umlaufenden Planeten Merkur und Venus weisen – ähnlich wie der Mond – Phasen, also unterschiedliche Beleuchtungsgrade, auf. Mit einem guten Fernglas lassen sich diese erkennen. Es lohnt sich, die Konstellationen am Westhimmel Abend für Abend zu verfolgen. Am Mittwoch, dem 17. Juni, begegnet die zunehmende Mondsichel der Venus. Weniger als ein Monddurchmesser trennt die beiden Himmelskörper. In den Tagen darauf wandert der Mond durch die Sternbilder Löwe und Jungfrau in Richtung Süden.

Mars und Saturn am Morgenhimmel

Beobachtet man die ganze Nacht hindurch, kann man die Tierkreissternbilder Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock und Wassermann nacheinander im Osten aufgehen sehen und verfolgen, wie sie nicht sehr hoch steigen, aber stetig weiter nach Süden und Westen wandern. Gegen vier Uhr früh – die astronomische Dämmerung hat bereits begonnen – zeigt sich der Planet Saturn in östlicher Richtung, 17 Grad über dem Horizont im Sternbild Fische. Mit 0,8 Magnituden ist er recht auffällig. Bereits ab einer 30-fachen Vergrößerung ist sein berühmter Ring zu erkennen. Gleichzeitig hebt sich der Mars, der an seiner orange-rötlichen Farbe erkennbar ist, über den Horizont. Auch Uranus und Neptun stehen am Morgenhimmel, sind aber mit freiem Auge nicht sichtbar.