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Haftstrafen bis April 2026 für 23-Jährigen

12.12.2020 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Vielfach Vorbestrafter erhält Chance, vorzeitig entlassen zu werden.

Es ist ein Wahnsinn, was sich bei Ihnen in den letzten drei, vier Jahren abgespielt hat“, sagte Richter Martin Mitteregger zum Angeklagten. Der mit mehr als einem Dutzend Vorstrafen belastete 23-Jährige wurde mehrfach zu unbedingten Haftstrafen verurteilt.
Der Oberländer verbüßt derzeit mehrere Freiheitsstrafen in einem Gefängnis in Oberösterreich. Am Beginn der jüngsten Gerichtsverhandlung am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch war der 16. Jänner 2025 der Termin für die Entlassung aus dem Gefängnis. Am Ende der Verhandlung verlängerte sich das errechnete Haftende um 15 Monate auf 16. April 2026. Allerdings darf der Vorarlberger damit rechnen, nach der Hälfte oder zwei Dritteln der verbüßten Strafen vorzeitig und auf Bewährung aus der oberösterreichischen Justizanstalt entlassen zu werden.

Nicht rechtskräftig

Wegen schweren Diebstahls, dauernder Sachentziehung, Urkundenunterdrückung und Verstößen gegen das Waffengesetz wurde über den Angeklagten mit den acht einschlägigen Vorstrafen am Donnerstag eine nicht rechtskräftige Zusatzstrafe von 15 Monaten Gefängnis verhängt. Die mögliche Höchststrafe für den Rückfalltäter wäre viereinhalb Jahre Haft gewesen.
Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der seit 2015 mit einem Waffenverbot belegte 23-Jährige im Juni in einem Firmenbüro im Bezirk Feldkirch 9100 Euro sowie eine Pistole gestohlen und danach die beiden geklauten Geldtaschen vergraben. Zudem hat er einen fremden Führerschein weggenommen. Sein mit weniger Vorstrafen belasteter 38-jähriger Komplize beim schweren Diebstahl kam (nicht rechtskräftig) mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von fünf Monaten und einer zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) davon.
Bei der Strafbemessung für den 23-Jährigen hatte der Richter die Verurteilung vom September zu 15 Monaten Gefängnis wegen eines Opferstockdiebstahls zu berücksichtigen. 2019 belief sich für den Oberländer die Haftstrafe nach dem Diebstahl von fünf Euro aus einem Rucksack und des verbotenen Besitzes eines Butterflymessers auf fünf Monate. 2015 wurde über den damals 18-Jährigen eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten verhängt, weil der Drogenkonsument mehrere hundert Euro für Marihuana kassiert, aber betrogenen Kunden das Rauschgift nicht geliefert hatte.
Bei der ersten Verhandlung im nunmehrigen Prozess im November war der 23-Jährige nicht anwesend. Die oberösterreichische Gefängnisleitung hatte vergessen, den Häftling nach Feldkirch zu fahren.

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