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Vorwürfe gegen Nehammers Familie

04.04.2022 • 17:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kanzler Karl Nehammer (ÖVP)
Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) APA/ROBERT JAEGER

Personenschützer von Nehammer haben betrunken Unfall verursacht.

Der Vorfall rund um zwei Personenschützer von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat nun ein Nachspiel. Die beiden Beamte hatten Mitte März nach Dienstschluss betrunken zwei parkende Autos gerammt. Verletzt wurde niemand, es entstand ein Blechschaden, hieß es aus dem Innenministerium.

Doch für die SPÖ ist es damit nicht getan. Der Parlamentsklub bestätigt auf Anfrage eine parlamentarische Anfrage zur Causa. Unter anderem interessiert man sich für die Frage, ob Nehammers Ehefrau, Katharina Nehammer, zum Zeitpunkt des Unfalls im Auto gesessen hat. Entsprechende Gerüchte haben nach Bekanntwerden des Falls die Runde gemacht.

Schwere Anschuldigungen eines anonymen Beamten

In der Anfrage, die der “Kleine Zeitung” vorliegt, wird ein anonymes Schreiben zitiert, in dem ein angeblicher Cobra-Polizist schildert, dass Katharina Nehammer die Beamten zu einem “Umtrunk” eingeladen habe. Diese seien dann “sturzbetrunken” in ihr Auto gestiegen und in parkende Autos gefahren. Ein Beamter soll danach gestürzt sein und sich nicht unschwer verletzt haben. Zudem sei es zu enormem Sachschaden gekommen. Und der Dienstschluss soll im Nachhinein vorverlegt worden sein, da sich der Vorfall in der Dienstzeit zugetragen haben soll. Die “Vertuschung” soll sogar mit Cobra-Direktor Bernhard Treibenreif abgesprochen worden sein.

Der Polizist spricht im Schreiben zudem davon, dass Nehammer und seine Familie zahlreiche Mitarbeiter des Personenschutzes von Beginn seiner Ernennung an eingefordert haben sollen. Aktuell seien acht Beamte im Einsatz. Es gebe keinerlei “Distanz” zu den Personenschützern.

Einwallner: “Höchst aufklärungswürdig”

Die SPÖ will nun wissen, was an dem Abend passiert ist, wie hoch der entstandene Schaden wirklich ist und ob sich Nehammers Frau im Wagen befunden hat, als der Unfall passierte. Zudem sei zu klären, ob die Familie die Beamten zu Botendiensten und Aufsichtstätigkeiten benutze. “Der Vorfall ist also höchst aufklärungswürdig”, betont SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner. “Die Vorwürfe, die in dem Schreiben erhoben werden, über den Umgang Nehammers mit dem Personenschutz und über mögliche Interventionen in Folge dieses Unfalls sind jedenfalls sehr schwerwiegend. Auch hier bedarf es deshalb rascher Aufklärung durch den Bundeskanzler und den Innenminister.”

Das Bundeskanzleramt war bisher für keine Stellungnahme erreichbar.

Auch die FPÖ hat inzwischen eine Anfrage zur Causa eingebracht. Laut den Abgeordneten Hannes Amesbauer und Christian Hafenecker sei zu prüfen, ob es den Tatsachen entspreche, dass der Kanzler persönlich ein „gutes Wort“ für die Personenschützer eingelegt hat. Die ÖVP solle nun dringend für Aufklärung sorgen.

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