Restaurant Mekong in Bregenz: Ein Stück vietnamesisches Paradies

Mit dem Mekong in Bregenz bringen Inhaberin Thi Minh Thu Nguyen und ihre Familie die vietnamesische Tradition nach Vorarlberg.
Ein gelbes Haus, groß der Schriftzug “Traube” an der Südwand, daneben ein Wohnblock und eine ehemalige Druckerei: Das vietnamesische Restaurant Mekong wirkt am Standort auf den ersten Blick aus der Zeit gefallen. Dabei liegt es eigentlich ideal: Gut erreichbar und zugleich versteckt genug, um der alltäglichen Hektik zu entkommen. Wenige Meter vom Bahnhof Bregenz und dem Vorarlberger Landestheater entfernt in einer Seitengasse verstummen Verkehr und Promenadenlärm. Spätestens, wenn Besucher das Mekong betreten, tauchen sie in eine andere Welt ein.
Endlich eröffnet
Im Jänner 2026 eröffnete Thi Minh Thu Nguyen das Mekong. “Endlich”, will man beinahe sagen. Denn die Eröffnung war schon auf den Sommer letzten Jahres geplant, doch die Umbauarbeiten zogen sich etwas länger hin. Dafür strahlt das Ambiente mit seinen Holzverkleidungen nun eine ebensolche Wärme aus wie die Inhaber.
Kaum überraschend, liegt das Gastgewerbe doch bereits in der Familie. Sowohl die Eltern von Thi Minh Thu Nguyen als auch ihres Ehemannes Thang Dong Nguyen sind in Vietnam Gastronomen. Der Name “Mekong” bezieht sich auf das Mekongdelta, eine Flussregion ganz im Süden Vietnams.
Thang Dong Nguyen erzählt über die Hintergründe des Geschäfts. Er lebt bereits seit über 30 Jahren in Vorarlberg, kochte selbst bereits in einem Restaurant. Immer wieder erhielt er von Touristen die Frage, wo es in der Region traditionelles vietnamesisches Essen gibt. Doch bislang konnte er hierauf keine Antwort geben. Es schmeckte für die Familie nie wie daheim, selbst in vietnamesischen Restaurants.
So entstand bereits vor Jahren die Idee für das Mekong. Südvietnam sei ein Essensparadies, von dem nun ein Stück in Bregenz Einzug gehalten hat.

Regionales Fleisch, eigene Kräuter
“In Vietnam ist das Grillfleisch besonders, auch das Bauchfleisch. Die Hauptsache ist aber Reis. Und Reisnudeln. Das ist überall dabei. Auch Sommerrollen werden mit Reispapier gemacht. Egal, ob gebratenes Gemüse, Fisch oder Suppe, Reis ist immer Beilage”, erklärt Thang Dong Nguyen.
Für die bestmögliche Fleischqualität setzt das Mekong auf Anbieter aus der Bodenseeregion und dem Bregenzerwald. Beim Gemüse vertraut die Familie ebenfalls auf regionale Qualität, sämtliche Kräuter werden im Frühling frisch aus dem eigenen Garten geerntet.
Tradition und Eigenkreation
Das Team um Thi Minh Thu Nguyen bietet neben traditionellen vietnamesischen Gerichten auch Eigenkreationen. Sämtliche Gerichte und Getränke mit “Mekong” im Namen basieren auf eigenen Rezepten.
Daneben finden sich aber auch wahre Klassiker auf der Karte, allen voran das international bekannte Banh Mi, ein mit Fleisch, Wurst, Pastete, Salat und Kräutern belegtes Baguette. Die Rindfleischsuppe Pho Bo gehört im Mekong ebenso zum Repertoire wie der vietnamesische Eiskaffee. Dieser wird direkt über dem Glas gefiltert und tropft in einen Schuss Kondensmilch. Anschließend wird der heiße Kaffee in einem zweiten Glas mit Eis schockgekühlt. Das geschmacksintensive Getränk ist sehr stark und süß zugleich.
Der Eiskaffee steht sinnbildlich für die gesamte Küche. Immer wieder vermischen sich Gegensätze. So treffen auch mal Gebratenes und Zuckerhaltiges aufeinander. Es gibt eine breite Auswahl an Warm- und Kaltspeisen. Sicherheitshalber haben die Inhaber genau aufgelistet, welche Mahlzeiten warm oder kalt serviert werden. „Bei uns wird traditionell das Kalte und Warme immer gemischt – so wie Wasser und Feuer“, vergleicht Thang Don Nguyen.

Einzigartigkeit
Vegetarische und saisonale Speisen bilden einen festen Bestandteil im Angebot des Restaurants. Zudem bietet Mekong von Dienstag bis Freitag zwischen 11 und 14:30 Uhr ein Mittagsmenü an.
Die Familie schaut optimistisch in die Zukunft. Sie vertrauen auf die Einzigartigkeit ihrer Speisen. Thang Dong Nguyen spricht stellvertretend für seine Frau: “Wir haben keine Angst. Selbst wenn um die Ecke jemand anders aufmacht, wir haben ein eigenes Produkt.”
Wenn Thi Minh Thu Nguyen das Essen präsentiert, strahlt sie über das gesamte Gesicht. Stolz zeigt sie einen Querschnitt der vielfältigen Küche im Mekong: Von Frühlings- und Sommerollen über Rindersuppe bis hin zum mit Sesam verfeinerten Pflaumenkuchen.
Thang Dong Nguyen spricht über die Zubereitung. In seiner Stimme schwingt die Freude über die Kreationen mit – erst recht, wenn eine Information überrascht. Wenn er beschreibt, wie das Reispapier der Sommerrollen knusprig wird oder wie Limettensaft das Aroma einer Rindersuppe verfeinert: Dann spricht die Begeisterung aus ihm. Aber er erklärt stets mit der gesamten Herzlichkeit, mit welcher die Familie Nguyen ihre Gäste begrüßt.