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TBC: Bregenzerwälder nach Kontakt mit infiziertem Vieh positiv getestet

19.02.2026 • 15:42 Uhr
TBC: Bregenzerwälder nach Kontakt mit infiziertem Vieh positiv getestet
Nach Kontakt mit TBC-infiziertem Vieh wurde nun eine Person in Vorarlberg positiv auf Tuberkulose getestet. Hartinger

Das Land Vorarlberg bestätigt gegenüber der NEUE Vorarlberger Tageszeitung Tuberkulose im landwirtschaftlichen Umfeld bei einer Person aus dem Bezirk Bregenz.

Von Kurt Bereuter

Nachdem es schon im letzten Jahr zu einer Übertragung des TBC-Erregers von infiziertem Nutzvieh auf Menschen kam, gibt es auch heuer wieder einen solchen Verdacht beim Menschen. Die betroffene Person könnte sich im Umfeld von Viehkontakt mit dem Erreger infiziert haben. Das Land Vorarlberg teilt dazu auf NEUE-Anfrage mit: “Es gibt aktuell eine Person in Vorarlberg, die mit infiziertem Viehbestand Kontakt hatte und in einer Blutuntersuchung (‘Quantiferon-Test’) positiv auf Tuberkulose getestet worden ist.”

Noch kein Beweis für Infektion

“Ein positiver Test (IGRA) weist auf eine stattgehabte oder bestehende Infektion mit Tuberkulose-Bakterien hin. Er bestätigt aber keine aktive Tuberkulose-Erkrankung, sondern deutet darauf hin, dass die Person aktuell oder früher Kontakt mit Tuberkulose hatte. Der Test bleibt nach einer durchgemachten Tuberkulose lebenslang positiv”, wird in der Beantwortung ausgeführt. Der Beweis, dass sich die Person bei einem infizierten Tier angesteckt hat, sei damit nicht erbracht.

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“In diesem konkreten Fall wurde deshalb eine Röntgen-Untersuchung durchgeführt, wobei das Ergebnis bis dato noch nicht vorliegt. Sollte sich der Verdacht, dass eine frische Tuberkulose-Erkrankung vorliegt, mittels Röntgen-Untersuchung bestätigen, wird nach Vorgabe der Tuberkulosefürsorgeärztin eine Behandlung begonnen”, heißt es weiter.

Therapie lange und mühsam

Dem Vernehmen nach wird der betroffene Mann mit Wohnort im Bezirk Bregenz dennoch therapiert: Mehrfaches Lungenröntgen in zeitlichen Abständen sowie möglicherweise Antibiotika- sowie Arzneimittelgaben über sechs Monate, damit sich der Erreger nicht festsetzen kann und es nicht zu einer chronischen Erkrankung mit Infektionspotential kommt. TBC sei mit Antibiotika “relativ gut behandelbar und eine Ansteckung fast ausgeschlossen”, solange jemand nicht an TBC erkrankt ist, sondern nur den Erreger in sich trägt, weiß man aus medizinischer Sicht. Ob es weitere Fälle gibt, bleibt unklar. Eine Nichtbehandlung sei riskant und im Falle einer Erkrankung bestehe in Österreich Behandlungspflicht.

Immer wieder TBC-Fälle im Land

Jäger, Metzger, Landwirte und Tierärzte haben im Zusammenhang mit der TBC bei Wild- und Nutztieren ein erhöhtes Risiko, den Erreger aufzunehmen. Die Tuberkulose gilt grundsätzlich nicht als hoch- ansteckende Erkrankung. Ob es zu einer Infektion kommt, hängt von der Häufigkeit und Intensität des Kontakts, der Menge an inhalierten oder oral aufgenommenen Erregern und der Immunlage der betroffenen Person ab. Die Infektion erfolgt meist durch Einatmen feinster Tröpfchen mit der Atemluft, die beim Husten und Niesen durch an offener Lungentuberkulose erkrankter Personen oder Tiere freigesetzt werden

Ergänzend teilt das Land hierzu mit: “In Vorarlberg wird jährlich bei 12 bis 20 Personen (2019 bis 2025) eine Tuberkulose neu diagnostiziert, wobei die Fälle, die durch Rotwildtuberkulose (M. caprae) bedingt sind, jährlich zwischen null und einem Fall liegen. Die anderen Fälle sind durch M. tuberculosis des Menschen ausgelöst und stehen nicht im Zusammenhang mit Tierkontakten. Ein Zusammenhang mit den Fällen bei Wild oder Vieh lässt sich erst bestätigen, wenn beim Patienten das Mykobakterium ‘caprae Typ Lechtal’ vorliegt und ein Bezug zu einem Stamm, der bei Nutz- oder Wildtieren nachgewiesen worden ist, vorliegt.”

Diese Berichterstattung soll kein Anlass zur Panik – diese wäre unbegründet – sein, aber doch aufzeigen, dass die Wild-TBC-Situation auch für Menschen ein gewisses Risiko birgt.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)