Neuer Schwung am Muttersberg

Frischer Muttersbergwind bringt seit Mai neue Ideen und einen Gastgeber, der Tradition und Aufbruch verbindet.
Wenn Matthias Lechthaler über den Muttersberg in Nüziders spricht, klingt es nicht nach einem gewöhnlichen Arbeitsplatz. “Ich kenne den Muttersberg eigentlich seit Rohbau”, sagt er. Rund 23 Jahre ist es her, dass die Bergstation gebaut wurde. “Ich hatte somit immer schon eine besondere Beziehung zum Muttersberg.” Als er hörte, dass sein langjähriger Bekannter Johann Bandl nach 14 Jahren abgeben würde, war für ihn sofort klar, dass er übernehmen möchte. “Wenn es jemand übernimmt, dann ich.” Seit 1. Mai ist es offiziell. Und der Start? “Erschreckend geschmeidig.”

Neustart in Rekordzeit
Drei bis vier Tage Übergabezeit, mehr war nicht drin. Trotzdem hat sich am Muttersberg in kürzester Zeit enorm viel getan. Die Terrasse wurde komplett neu gestaltet, neue Möbel aufgebaut, eine gemütliche Lounge eingerichtet, dazu kamen frisches Geschirr, neue Gläser und Tassen. “Wir haben alles umgestellt.” Möglich wurde das nur, weil das Team mitgezogen hat. Fast alle Mitarbeitenden sind geblieben und genau diese eingespielte Routine hat den Neustart getragen. “Wir haben sehr stark davon profitiert, dass die Abläufe schon da waren.”
Heute arbeiten 14 Personen fix im Betrieb, am Wochenende verstärkt durch drei bis fünf zusätzliche Kräfte.

Vom Einkauf in die Gastronomie
Erst seit zwei Jahren ist Lechthaler selbst in der Gastronomie tätig. Davor leitete er in der Schweiz eine Beschaffungsfirma für Bergbahnen und Hotellerie. Was ihn an der Gastro fasziniert, beschreibt er so: “Die Abwechslung, die Leute, das Umfeld. Und natürlich, dass man an so einem Ort etwas Eigenes schaffen darf.”
Ein Haus mit Platz für viele
Mit 400 Indoorplätzen und ebenso vielen Sitzmöglichkeiten auf der Terrasse zählt der Muttersberg zu den größten Häusern der Region. Für Lechthaler sind vor allem Ausblick, Lage und die außergewöhnliche Kapazität entscheidend. “In dieser Lage gibt es nur wenige Betriebe, die so viel Raum bieten und große Events wirklich souverän durchführen können.” Entsprechend breit ist das Spektrum an Anfragen. “Wir betreuen ein buntes Programm an Firmenanlässen, von kleinen Brunches bis hin zu umfangreichen Weihnachtsfeiern und Seminaren.”

Auch eigene Events gewinnen an Bedeutung. “Wir bauen das sehr stark aus.” Eine White Night ist bereits fix geplant. Ebenso ein Oktoberfest, das komplett im Haus organisiert wird. Für die Wintermonate hat Lechthaler klare Pläne. “Jänner, Februar, März sind grundsätzlich eher unsere schwache Zeit. Da möchten wir mindestens zweimal im Monat eine große Veranstaltung machen.”

Alpenklassik trifft Neues
Kulinarisch setzt das Team auf eine Mischung aus Alpengasthof-Klassikern und modernen Akzenten. “Wir wollten zur klassischen Küche ein paar frische Akzente setzen.” Neben traditionellen Favoriten wie Cordon bleu und dem beliebten Burger finden sich auch moderne Gerichte auf der Karte. Pork Belly, hausgemachte Käsknöpfle-Bällchen und mehrere vegetarische sowie vegane Optionen gehören dazu. “Wir haben vom Kimchi-Burger bis zu fleischlosen Alternativen einiges geschaffen.” Regionalität spielt eine zentrale Rolle, saisonale Wochen wie Wild oder Spargel sind fix eingeplant.

Ein Tag am Berg
Der Tag beginnt mit der ersten Gondel. Zwischen 8.45 und 9 Uhr kommt das Team hoch, baut auf, produziert vor und richtet Terrasse und Innenräume her. Warme Küche gibt es bis 16 Uhr. Die letzte Bahn fährt um 17 Uhr ins Tal.
Der Muttersberg ist ein Treffpunkt für Einheimische. “Die meisten Gäste sind Vorarlberger. Viele kommen täglich.” Wanderer, Biker und Feierabendsportler nutzen den Berg als Trainingsstrecke. “Viele fahren nach der Arbeit schnell rauf oder laufen hoch.”

Familien willkommen
Ein Thema, das Lechthaler besonders am Herzen liegt, ist das Angebot für Familien. Er betont, wie wichtig ihm dieser Bereich ist. “Wir möchten, dass sich Kinder hier genauso willkommen fühlen wie Wanderer oder Firmenkunden.” Der neue Outdoor-Spielplatz wird hervorragend angenommen. Dazu gibt es ein Indoor-Spielzimmer, das weiter ausgebaut wird. “Wir möchten ein richtig gutes Schlechtwetterprogramm bieten. Wenn es regnet oder kein Schwimmbadwetter ist, sollen Eltern wissen, dass sie hier eine Möglichkeit haben.”
Events als Antrieb
Besonders spannend ist für Lechthaler die Wiederbelebung der Bergarena. Er erinnert sich an frühere Zeiten, in denen dort große Konzerte stattfanden. “Da oben war früher richtig was los. Es hat tolle Veranstaltungen gegeben.” Diese Tradition sei eingeschlafen, sagt er, und genau das möchte er ändern. “Das werden wir wieder erwecken.” Die Vision ist klar. Der Muttersberg soll wieder zu einem kulturellen Fixpunkt werden.
Alpengasthof Muttersberg
Adresse: Muttersberg 43a, 6714 Nüziders
Telefonnummer: 0664/88312665
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10.30 Uhr bis 17 Uhr, Freitag bis 22 Uhr
warme Küche bis 16 Uhr