Als meine Mädels noch etwas kleiner waren, also noch so Wutzis, die mir nicht viel weiter als übers Knie gegangen sind, waren sie begeisterte Sucherinnen und Sammlerinnen.
In Zeiten des weltweit andauernden Wahnsinns scheint es mir fast zu kleinlich, mich textlich mit meinen Fingernägeln zu befassen. Aber es ist, wie es ist – auch wenn Trump Zölle erhöht und andere eher verhaltensauffällige politische Dinge in unserem Dunstkreis passieren, meine Fingernägel bleiben immer die gleichen.
Man – also ich – muss sich schon manchmal über sich selbst wundern. Eines meiner Lieblingshaushaltsgeräte, abgesehen von inzwischen zum Standard gehörende Waschmaschine und Geschirrspüler, ist mein selbstfahrender und mit mir sprechender Saugroboter.
Früher war nichts besser, wenig klüger und schon gar nicht leichter. Meine Oma hatte ihr angeschnupftes Stofftaschentuch griffbereit im Ärmel verstaut und fürsorglich ein freies Plätzchen herausgefiltert, in das auch Klein-Heidi ihre Rotznase vergraben konnte.
Mein Bett ist kaputt. Ich habe es tatsächlich geschafft, mein Schlafmöbel so lange zu behalten, bis es eines natürlichen Todes starb und seine Überreste den unergründlichen Spähern des Universums – sprich, dem Sperrmüll – übergeben wurden.
Chaotismus begleitet mich, seit ich denken kann. Sämtliche Versuche, in meinem Leben eine Art Struktur zu kultivieren, blieben in der süßen Klebrigkeit des hehren Wunsches picken und somit erfolglos.
Ich bin kein Faschingsmensch. Die Ursachen dafür liegen tief in meiner Kindheit verwurzelt – ihre Aufarbeitung würde wohl einer langjährigen Therapie bedürfen, um diese „Absonderheit“ zu heilen.
Für einen kurzen Moment hat der Frühling verlauten lassen, dass es nicht mehr allzu lange hin ist, bis er uns mit seinen mildwarmen Sonnenstrahlen die Herzen wärmt ... und die Nasenspitzen. Diese Tage, dieser krokussbunte Vorankünder, animieren natürlich zum Spaziergang.
Joachim Mangard “La traviata” aktueller denn je: Eine Gesellschaft, die im Spiegel bricht